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Verteidigung Der Dissertation Format

Promotionsordnung der Universitätsmedizin Rostock

Promotionsordnung der Medizinischen Fakultät der
Universität Rostock

A. Allgemeines


§ 1 Promotion
Aufgrund des § 43 Abs. 3 i.V.m. § 2 Abs. 1 Satz 3 des Gesetzes über die Hochschulen des Landes Mecklenburg-Vorpommern (Landeshochschulgesetz – LHG) in der Fassung vom 05. Juli 2002 (GVOBl. M-V, Seite 398) erlässt die Medizinische Fakultät der Universität Rostock folgende Promotionsordnung:

1. Die Medizinische Fakultät verleiht den akademischen Grad eines Doktors der Medizin (doctor medicinae) und Grad des Doktors der Zahnmedizin (doctor medicinae dentariae) aufgrund einer selbstständig verfassten wissenschaftlichen Abhandlung (Dissertation) und einer öffentlichen Verteidigung.

2. Ehrenpromotion
2.1. Die Fakultät kann in Anerkennung herausragender wissenschaftlicher Leistungen die Würde eines Ehrendoktors (Doctor honoris causa, Dr. h. c.) der Medizin und der Zahnmedizin nach Beratung im Rat der Medizinischen Fakultät verleihen. Der Beschluss zur Verleihung der Ehrendoktorwürde erfordert die 2/3 Mehrheit der stimmberechtigten anwesenden Mitglieder des Fakultätsrates. Die zu ehrende Persönlichkeit darf nicht Mitglied der Fakultät sein. Sie sollte mit der Fakultät wissenschaftlich verbunden sein oder große Verdienste um die Förderung der Wissenschaften an der Fakultät besitzen.
2.2. Die Ehrenpromotion wird durch Überreichen einer Urkunde, in der die Verdienste des Promovenden hervorzuheben sind, vollzogen.
2.3. Der akademische Senat ist vor der Eröffnung des Verfahrens zur Verleihung einer Ehrenpromotion in Kenntnis zu setzen. Er hat Einspruchsrecht.


§ 2 Promotionskommission
Die Durchführung des Promotionsverfahrens obliegt der Promotionskommission mit mindestens 8 Mitgliedern. Die Mitglieder der Promotionskommission sind Hochschullehrer und werden vom Rat der Medizinischen Fakultät gewählt. Die Kommission wählt den Vorsitzenden und seinen Stellvertreter aus ihrer Mitte. Der Rat der Medizinischen Fakultät hat Einspruchsrecht. Die Amtszeit beträgt zwei Jahre. Wiederwahl ist möglich. Die Promotionskommission ist beschlussfähig, wenn mindestens 5 der Mitglieder anwesend sind.



B. Promotionsverfahren


§ 3 Voraussetzungen für die Zulassung zur Promotion
1. Die Zulassung zur Promotion setzt voraus, dass der Bewerber das ärztliche oder zahnärztliche Studium in der Regel mindestens zwei Semester an der Universität Rostock nach den hierfür geltenden Bestimmungen absolviert hat und die Zulassung zum letzten Abschnitt der ärztlichen Prüfung gemäß ÄAppO in der hierfür geltenden Fassung besitzt (Staatsexamen bei Zahnmedizinern). Über die Zulassung bei von der Regel abweichenden Voraussetzungen entscheidet der Rat der Medizinischen Fakultät auf Vorschlag der Promotionskommission.

2. Der Bewerber darf nicht durch rechtskräftiges Urteil unter Berufsverbot stehen.

3. Im Ausland abgelegte ärztliche Prüfungen (bzw. Staatsexamen bei Zahnmedizinern) kann der Rat der Medizinischen Fakultät nach § 3 Abs. 1 Abs. 1 anerkennen, wenn sie der ärztlichen Prüfung bzw. dem Staatsexamen bei Zahnmedizinern im Geltungsbereich des HRG gleichwertig sind. Bei der Feststellung der Gleichwertigkeit ausländischer Hochschulabschlüsse werden entsprechende Vereinbarungen, Empfehlungen und Gesetze berücksichtigt.

4. Ein Bewerber, der noch nicht die Zulassung für den letzten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung besitzt, kann vorläufig zur Promotion zugelassen werden, wenn er die Zulassungsvoraussetzungen im Übrigen erfüllt. Aufgrund dieser vorläufigen Zulassung wird das Verfahren zur Prüfung der Dissertation eingeleitet.
4.1. Die vorläufige Zulassung erlischt, wenn der Bewerber innerhalb von zwei Jahren die oben genannte Prüfung nicht erfolgreich ablegt. In diesem Fall wird das Promotionsverfahren eingestellt. Die diesem Promotionsverfahren zugrunde liegende Arbeit darf nicht erneut als Dissertation eingereicht werden. Eine Fristüberschreitung ist nur im begründeten Ausnahmefall möglich. Die Entscheidung darüber trifft der Rat der Medizinischen Fakultät auf Vorschlag der Promotionskommission.
4.2. Die öffentliche Verteidigung kann erst nach endgültiger Zulassung erfolgen.

5. Es können Dissertationen auch außerhalb der Fakultät angefertigt werden, wenn eine fachgerechte Betreuung gewährleistet ist und eine Vereinbarung mit einem Hochschullehrer der Medizinischen Fakultät getroffen wurde. In dieser Vereinbarung erklärt der Hochschullehrer seine Bereitschaft, die Dissertation gegenüber der Fakultät zu vertreten und ein Gutachten anzufertigen.


§ 4 Zulassung zur Promotion
1. Der Bewerber hat einen Antrag auf Eröffnung eines Promotionsverfahrens bei der Promotionskommission der Medizinischen Fakultät der Universität Rostock einzureichen.

2. Diesem Antrag hat der Bewerber beizufügen:
2.1. seine Dissertation in der Regel in deutscher Sprache (vier gebundene Exemplare der Dissertation mit eingebundenen Thesen, Lebenslauf und Selbstständigkeitserklärung sowie 10 Exemplare der Thesen; weitere Exemplare müssen nachgeliefert werden, wenn gemäß § 9 Abs. 2 weitere Gutachten eingeholt werden)
2.2. wissenschaftlicher Lebenslauf
2.3. das Zeugnis (beglaubigte Kopie) über den erfolgreichen Abschluss des medizinischen bzw. des zahnmedizinischen Hochschulstudiums (Exmatrikelbescheinigung), sofern § 3 Abs. 4 nicht in Anwendung kommt
2.4. die Zustimmung des themenvergebenden Hochschullehrers mit Angabe der Einrichtung, in der sie angefertigt wurde
2.5. eine eidesstattliche Versicherung, dass ihm darüber hinaus keine weitere Hilfe zuteil geworden ist und dass er bei der Anfertigung der Dissertation keine anderen als die in der Arbeit genannten Hilfsmittel benutzt hat
2.6. amtliches Führungszeugnis
2.7. Hochschulzugangsberechtigung
2.8. eine aktuelle Anschrift, über die der Bewerber während des Promotionsverfahrens zu erreichen ist. Jede Änderung dieser Anschrift ist dem Dezernat 2 der Verwaltung der Universität Rostock, Promotionsstelle mitzuteilen
2.9. Vorschlag für die drei Gutachter

3. Die Promotionskommission prüft die in § 3 Abs. 1 und 2 genannten Unterlagen und empfiehlt dem Rat der Fakultät die Eröffnung des Verfahrens. Die Zulassung kann versagt werden, wenn die unter den §§ 3 und 4 genannten Voraussetzungen nicht erfüllt oder die Bewerbungsunterlagen unvollständig sind. Sie kann auch dann versagt werden, wenn der Bewerber die ihm auferlegte Frist zur Vervollständigung nicht einhält. Ein Bewerber, der das Promotionsverfahren an einer Hochschule im Geltungsbereich des HRG endgültig nicht erfolgreich beendet hat, kann mit dieser Dissertationsschrift nicht mehr zum Promotionsverfahren zugelassen werden.

4. Die Ablehnung eines Antrages auf Zulassung zur Promotion ist zu begründen und mit einer Rechtsbehelfsbelehrung zu versehen.


§ 5 Rücktritt vom Promotionsverfahren
Der Bewerber kann den Antrag zurückziehen, solange das Verfahren nicht eröffnet ist.


§ 6 Dissertation
1. Mit der Dissertation weist der Kandidat seine Fähigkeiten nach, durch selbstständige wissenschaftliche Arbeit Ergebnisse zu erzielen, die eine Entwicklung des Wissenschaftszweiges, seiner Theorien und Methoden darstellen. Die Dissertationsschrift darf nur auf der Grundlage einer Einzelleistung verfasst werden.

2. Die Dissertationsschrift soll in deutscher Sprache abgefasst sein. Über Ausnahmen entscheidet der Fakultätsrat auf Vorschlag der Promotionskommission.

3. Die Dissertation soll nicht mehr als 100 Seiten umfassen. In begründeten Fällen kann auf Vorschlag der Promotionskommission nach Zustimmung des Dekans der Medizinischen Fakultät die Seitenzahl von 100 überschritten werden.


§ 7 Gutachter
1. Ist die Zulassung zum Promotionsverfahren ausgesprochen, so empfiehlt die Promotionskommission dem Rat der Medizinischen Fakultät die Gutachter. Der Kandidat kann in Abstimmung mit dem themenvergebenden Hochschullehrer Gutachtervorschläge machen. Die Gutachter werden vom Rat der Medizinischen Fakultät bestellt. Die Dissertation ist von mindestens drei Gutachtern zu beurteilen, davon mindestens zwei Hochschullehrern. Als Gutachter können Professoren an Universitäten, habilitierte Wissenschaftler und erfahrene promovierte Fachvertreter benannt werden. Ein Gutachter muss hauptamtlich Mitglied der Fakultät sein. Höchstens zwei Gutachter dürfen hauptberuflich der Universität Rostock angehören.

2. Bei einer Dissertation aus Grenzgebieten der Medizinischen Fakultät und anderer Fachbereiche muss ein Gutachter der anderen Fakultät angehören.

3. Die vom Rat der Fakultät benannten Gutachter haben das Recht, die Erstellung eines Gutachtens unter Angabe von Gründen innerhalb von 14 Tagen schriftlich abzulehnen.


§ 8 Bewertung der Dissertation
1. Jeder Gutachter schlägt in einem begründeten Gutachten die Annahme oder Ablehnung der Arbeit vor.

2. Den Vorschlag, eine Arbeit als Dissertation anzunehmen, verbindet der Gutachter mit einer Bewertung nach folgenden Noten

magna cum laude

sehr gut (1)

cum laude

gut (2)

rite

genügend (3)


3. Beim Vorschlag der Nichtannahme der Arbeit ergeht die Note:

non sufficit

ungenügend (4)


4. Das Gutachten ist innerhalb von 12 Wochen zu erstellen. Der Vorsitzende der Promotionskommission ist gehalten, den Gutachter nach Fristüberschreitung schriftlich anzumahnen.

5. Das dem Gutachter übergebene Exemplar zur Begutachtung geht in dessen Besitz über.


§ 9 Annahme der Dissertation
1. Der Rat der Medizinischen Fakultät entscheidet auf der Grundlage der Gutachten über die Annahme oder Nichtannahme der Dissertation.

2. In Zweifelsfällen können auf Vorschlag der Promotionskommission nach Zustimmung durch den Rat der Medizinischen Fakultät weitere Gutachten eingeholt werden.

3. Eine Dissertation gilt als abgelehnt, wenn sie von mehr als der Hälfte der Gutachter mit "non sufficit" beurteilt wird.

4. Die Dissertationsschrift ist gemäß § 4 Abs. 2 in gebundener Form vorzulegen (Gutachterexemplar). Bei Annahme der Dissertation können von den Gutachtern oder durch die Promotionskommission Auflagen zur Änderung erteilt werden, die sich bevorzugt auf ihre Gestaltung beziehen und das wissenschaftliche Konzept nicht entscheidend berühren dürfen. Der Promovend hat nach Aufforderung durch die Promotionskommission zu den Auflagen schriftlich Stellung zu nehmen. Die gekennzeichneten Änderungen müssen nach schriftlicher Bestätigung des Vorsitzenden der Promotionskommission den übrigen Gutachtern zur Kenntnis gegeben werden. Die öffentliche Verteidigung kann erst anberaumt werden, wenn die Auflagen erfüllt sind. Werden während der öffentlichen Verteidigung Auflagen erteilt, sind diese in die auszufertigenden Pflichtexemplare einzuarbeiten. Das Promotionsverfahren kann nur abgeschlossen werden, wenn der Vorsitzende der Promotionskommission die Erfüllung der Auflagen schriftlich bestätigt hat.

5. Die Entscheidung über die Annahme oder Nichtannahme der Dissertation bzw. über die Erteilung von Auflagen ist dem Kandidaten durch den Vorsitzenden der Promotionskommission mitzuteilen. Über die Nichtannahme ist ein Bescheid mit Rechtsbehelfsbelehrung zu verfassen.

6. Dem Kandidaten ist auf Wunsch Einsicht in die Gutachten zu gestatten.

7. Die angenommene Dissertation wird bis zur öffentlichen Verteidigung im Promotionsbüro der Medizinischen Fakultät zur Einsichtnahme ausgelegt.


§ 10 Nicht angenommene Dissertationen
1. Der Kandidat, dessen Dissertation nicht angenommen wird, kann frühestens 6 Monate nach dem Beschluss über die Nichtannahme ein neues Promotionsverfahren mit einer wesentlich veränderten oder einer thematisch anderen Dissertation beantragen. Ein zweiter Antrag auf eine Wiederholungsprüfung ist nicht möglich.

2. Dem Antrag zum Wiederholungsverfahren ist eine Erklärung über die erfolgte Nichtannahme beizufügen.

3. Ein Exemplar der nicht angenommenen Dissertation verbleibt bei der Promotionsakte.


§ 11 Prüfungskommission
Die Prüfungskommission und deren Vorsitzender werden nach Annahme der Dissertation durch den Rat der Medizinischen Fakultät vom Vorsitzenden der Promotionskommission bestimmt. Die Kommission soll 7 Mitglieder umfassen und sich neben den drei Gutachtern der Dissertationsschrift aus weiteren für die Beurteilung der Dissertation sachkundigen Vertretern aus 3 verschiedenen Fachgebieten zusammensetzen. Ausnahmen von dieser Mindestanforderung sind nur bei Vorliegen triftiger Gründe zulässig. Der Vorsitzende der Prüfungskommission entscheidet über die Durchführung oder Nichtdurchführung der öffentlichen Verteidigung. Die Gründe der Entscheidung sind dem Dekanat in schriftlicher Form anzuzeigen. Gutachter können nicht den Vorsitz der Prüfungskommission übernehmen.

§ 12 Öffentliche Verteidigung
1. Nach Annahme der Dissertation wird der Zeitpunkt der öffentlichen Verteidigung durch den Vorsitzenden der Promotionskommission festgesetzt. Der Termin ist in der Fakultät in geeigneter Weise bekannt zu geben.

2. Die öffentliche Verteidigung gliedert sich in folgende Abschnitte:
2.1. Vorstellung der Prüfungskommission
2.2. Vorstellung des Promovenden
2.3. Auszugsweise Verlesung der Gutachten durch den Vorsitzenden der Prüfungskommission unter Beschränkung auf die kritischen Hinweise der Gutachter und die zusammenfassende Wertung der Dissertationsschrift.
2.4. Vortrag des Kandidaten zum Dissertationsthema (maximal 20 Minuten)
2.5. Disputation zum Vortrag (mindestens 15 Minuten)
2.6. Nicht öffentliche Bewertung der Verteidigungsleistung durch die Mitglieder der Prüfungskommission


§ 13 Bewertung der öffentlichen Verteidigung
1. Über die öffentliche Verteidigung wird durch den Vorsitzenden der Prüfungskommission ein Verlaufsprotokoll geführt.

2. Die Gesamtleistung wird aus den Teilnoten für Vortrag und Disputation ermittelt. Die Bewertung erfolgt durch eines der in § 8 Abs. 2 aufgeführten Prädikate.

3. Die öffentliche Verteidigung gilt als nicht bestanden, wenn
3.1. der Kandidat dem Prüfungstermin trotz ordnungsgemäßer Ladung fernbleibt, ohne dass von ihm nicht verschuldete Hinderungsgründe vorliegen oder
3.2. mehr als die Hälfte der Kommissionsmitglieder die Gesamtleistung aus Vortrag und Diskussion mit „non sufficit“ beurteilt.

4. Eine nicht bestandene öffentliche Verteidigung kann innerhalb von 6 Monaten wiederholt werden. Weitere Wiederholungen sind ausgeschlossen.


§ 14 Festlegung der Gesamtnote
1. Nach der öffentlichen Verteidigung wird auf Vorschlag der Prüfungskommission von der Promotionskommission die dem Fakultätsrat zu empfehlende Gesamtnote der Promotion festgelegt.

2. Die Gesamtnote der Promotion ergibt sich aus dem arithmetischen Mittel der Benotungen der Dissertationsschrift durch die Gutachter und der Gesamtnote der Verteidigung.
Als Prädikate der Promotion können vergeben werden:

summa cum laude

ausgezeichnet

magna cum laude

sehr gut (1)

cum laude

gut (2)

rite

genügend (3)


3. Der Vorsitzende der Prüfungskommission teilt dem Promovenden die Gesamtnote als Empfehlung an den Rat der Medizinischen Fakultät mit.

4. Wurden Dissertation und Verteidigungsleistung von allen Gutachtern mit „magna cum laude“ bewertet, kann bei einer besonders herausragenden Arbeit auf Vorschlag der Prüfungskommission durch die Promotionskommission dem Rat der Medizinischen Fakultät die Verleihung des Prädikates „summa cum laude“ (ausgezeichnet) empfohlen werden.
Eine derartige Empfehlung sollte insbesondere dann an den Rat der Medizinischen Fakultät gerichtet werden, wenn neben den o.g. Voraussetzungen die Ergebnisse in einer englischsprachigen Originalarbeit in einem anerkannten Journal (peer reviewed) veröffentlicht worden sind oder zur Publikation angenommen wurden.

5. Der Rat der Medizinischen Fakultät beschließt auf Vorschlag der Prüfungskommission und nach Bestätigung durch die Promotionskommission die Verleihung des akademischen Grades mit Gesamtnote und Promotionsgebiet gemäß Anlage 1.


§ 15 Veröffentlichung der Dissertation
Für die Veröffentlichung der Dissertation gilt die Pflichtexemplarordnung der Universität Rostock.


§ 16 Vollzug der Promotion
1. Die Promotion kann erst dann vollzogen werden, wenn alle in dieser Promotionsordnung genannten Voraussetzungen und Anforderungen erfüllt sind.

2. Als Datum der Promotion gilt der Tag des Beschlusses über die Verleihung durch den Fakultätsrat. Darüber erhält der Kandidat einen schriftlichen Bescheid von der Promotionsstelle der Universität, der ihn berechtigt, den Doktortitel zu führen.

3. Die Urkunde enthält den Titel der Dissertation, das Promotionsgebiet, das Prädikat der Promotion und das Datum des Beschlusses des Fakultätsrates über die Verleihung. Sie wird vom Dekan der Medizinischen Fakultät unterschrieben und mit dem Siegel der Universität Rostock versehen.


§ 17 Promotionsakte
Über den Verlauf des Promotionsverfahrens und die Ergebnisse ist ein aktenkundiger Nachweis (Promotionsakte) zu führen. Nach Abschluss des Verfahrens kann dem Promovenden Akteneinsicht gewährt werden.


§ 18 Widerspruchsrecht
1. Der Bewerber kann gegen eine Entscheidung während des Promotionsverfahrens, die ihn in seinen Rechten verletzt, innerhalb eines Monats schriftlich oder zur Niederschrift beim Dekan der Medizinischen Fakultät Widerspruch einlegen.

2. Der Rat der Medizinischen Fakultät prüft, ob er dem Widerspruch abhelfen kann. Ist das nicht der Fall, legt er den Widerspruch dem Rektor zur Entscheidung vor. Der Rektor erlässt den Widerspruchsbescheid.

3. Gegen diesen Widerspruchsbescheid kann innerhalb eines Monats Klage beim zuständigen Verwaltungsgericht erhoben werden.


§ 19 Versagen und Aberkennung des Doktorgrades
Der Rat der Medizinischen Fakultät kann die Promotionsleistungen für ungültig erklären,
1. wenn sich herausstellt, dass sich der Promovend bei dem Nachweis der Promotionsleistungen einer Täuschung oder eines Täuschungsversuches schuldig gemacht hat,

2. wenn wesentliche Voraussetzungen für die Zulassung zur Promotion nicht erfüllt worden sind oder

3. wenn der Inhaber des Grades wegen eines Verbrechens rechtskräftig verurteilt wurde.



C. Schluss- und Übergangsbestimmungen

  1. Diese Promotionsordnung tritt am Tage nach ihrer Bekanntmachung in Kraft.
  2. Die Promotionsordnung vom 28.08.1995 tritt mit diesem Tage außer Kraft.
  3. Alle vor dem in Absatz 1 genannten Tag eröffneten Promotionsverfahren werden nach der in Absatz 2 genannten Promotionsordnung zu Ende geführt.


Ausgefertigt aufgrund des Beschlusses des Akademischen Senates vom 5. November 2003 und nach ordnungsgemäßer Durchführung des Anzeigeverfahrens gemäß § 13 Absatz 2 des Landeshochschulgesetzes M-V.

Rostock, den 22. Dezember 2003
Prof. Dr. Hans Jürgen Wendel
Rektor

Erste Satzung

zur Änderung der Promotionsordnung

der Medizinischen Fakultät der Universität Rostock

vom 15. Dezember 2010

 

Aufgrund von § 43 Absatz 3 des Gesetzes über die Hochschulen des Landes Mecklenburg-Vorpommern (Landeshochschulgesetz - LHG M-V) vom 5. Juli 2002 (GVOBI. M-V 2002 S. 398), das zuletzt durch Artikel 9 des Gesetzes vom 17. Dezember 2009 (GVOBI. M-V S. 687) und durch Artikel 6 des Gesetzes vom 17. Dezember 2009 (GVOBI. M-V S. 729) geändert worden ist, erlässt die Universität Rostock folgende Satzung zur Änderung der Promotionsordnung der Medizinischen Fakultät der Universität Rostock:

 

Artikel 1

Die Promotionsordnung der Medizinischen Fakultät vom 22. Dezember 2003 (Mittl.bl. BM M-V 2005 S. 1251) wird wie folgt geändert:

 

1. Der Überschrift werden folgende Worte angefügt:
„zur Erlangung des Grades „Dr. med." und „Dr. med. dent".

 

2. § 2 Satz 2 wird wie folgt gefasst:
„Die Mitglieder der Promotionskommission sind Hochschullehrer oder habilitierte Wissen schaftler und werden vom Rat der Medizinischen Fakultät gewählt."

 

3. § 6 Absatz 3 wird wie folgt gefasst:
„Die Dissertation soll nicht mehr als 100 Seiten (ohne Anlagen) umfassen. In begründeten

Fällen kann auf Vorschlag der Promotionskommission nach Zustimmung durch den Fakultätsrat die Seitenzahl von 100 überschritten werden."

 

4. § 7 Absatz 1 Satz 4 wird wie folgt gefasst:
„Die Dissertation ist von mindestens drei Gutachtern zu beurteilen, davon mindestens zwei Hochschullehrer oder habilitierte Wissenschaftler."

 

5. Dem § 9 Absatz 3 wird nach Satz 1 folgender Satz 2 angefügt:
„Wird die Dissertation von einem Gutachter mit „non sufficit" beurteilt, werden auf Vorschlag der Promotionskommission nach Bestätigung durch den Fakultätsrat zwei weitere Gutachter, davon ein Externer, bestellt."

 

6. § 13 Absatz 2 Satz 1 wird wie folgt gefasst:
„Die Gesamtleistung (der öffentlichen Verteidigung) wird zu gleichen Teilen aus den Teilnoten für Vortrag und Disputation ermittelt."

 

Artikel 2

Diese Änderungssatzung tritt am Tage nach ihrer Veröffentlichung in den Amtlichen Bekanntmachungen der Universität Rostock in Kraft.

Ausgefertigt aufgrund des Beschlusses des Akademischen Senates der Universität Rostock vom 1. Dezember 2010 und der Genehmigung des Rektors vom 15. Dezember 2010.

 

Rostock, den 15. Dezember 2010

 

Der Rektor
der Universität Rostock
Prof. Dr. Wolfgang D. Schareck

 

 

Zweite Satzung

 

zur Änderung der Promotionsordnung

 

der Universitätsmedizin Rostock

 

zur Erlangung des Grades „Dr. med. und Dr. med. dent.“

 

vom 15. Oktober 2015

 

Aufgrund von § 43 Absatz 3 des Gesetzes über die Hochschulen des Landes Mecklenburg-Vorpommern (Landeshochschulgesetz - LHG M-V) vom 25. Januar 2011 (GVOBl. M-V 2011, S. 18), das zuletzt durch Artikel 6 des Gesetzes vom 22. Juni 2012 (GVOBl. M-V S. 208, 211) geändert worden ist, erlässt die Universität Rostock folgende Satzung zur Änderung der Promotionsordnung der Universitätsmedizin Rostock zur Erlangung des Grades „Dr. med. und Dr. med. dent.“:

 

Artikel 1

 

Die Promotionsordnung der Universitätsmedizin Rostock vom 22. Dezember 2003 in der Fassung der Ersten Änderungssatzung vom 15. Dezember 2010 zur Erlangung des Grades „Dr. med. und Dr. med. dent.“ wird wie folgt geändert:

 

In § 6 wird folgender Absatz 4 neu hinzugefügt:

 

„4. Auf Antrag kann eine kumulative Promotionsschrift genehmigt werden, wenn die Bewerberin / der Bewerber innerhalb des wissenschaftlichen Fachgebietes mindestens 3 Originalarbeiten, in einer Zeitschrift mit Impact-Faktor publiziert hat, davon mindestens eine als Erstautor. Die Originalarbeiten müssen zusammenfassend in einem Umfang von in der Regel 20 Seiten (Synopsis) dargestellt und wenn möglich separat und aufeinander aufbauend dargelegt werden. In der kumulativen Promotion soll die Bewerberin / der Bewerber zeigen, dass sie / er die Originalarbeiten in einen übergeordneten Forschungszusammenhang einordnen kann. Die Synopsis ist wie eine wissenschaftliche Originalarbeit zu gliedern in Einleitung, Fragestellung, Methoden, Ergebnisse, Diskussion, Zusammenfassung und Literaturverzeichnis.“

 

Artikel 2

 

Diese Änderungssatzung tritt am Tage nach ihrer Veröffentlichung in den Amtlichen Bekanntmachungen der Universität Rostock in Kraft.

Ausgefertigt aufgrund des Beschlusses des Akademischen Senats der Universität Rostock vom 7. Oktober 2015.

 

Rostock, den 15. Oktober 2015

 

Der Rektor

der Universität Rostock

Prof. Dr. Wolfgang D. Schareck

 

Anlage 1: Promotionsgebiete

  • Humanmedizin
  • Allgemeinmedizin
  • Anästhesiologie*
  • Anatomie*
  • Arbeitsmedizin
  • Augenheilkunde
  • Chirurgie*
  • Dermatologie
  • Ethik der Medizin
  • Frauenheilkunde*
  • Geschichte der Medizin
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
  • Innere Medizin*
  • Kinder- und Jugendneuropsychiatrie
  • Kinderheilkunde*
  • Klinische Chemie
  • Medizinische Biochemie
  • Medizinische Genetik
  • Medizinische Immunologie
  • Medizinische Informatik
  • Medizinische Mikrobiologie*
  • Medizinische Psychologie
  • Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
  • Neurologie
  • Orthopädie
  • Pathologie
  • Pharmakologie*
  • Physiologie
  • Psychiatrie
  • Psychosomatische Medizin
  • Radiologie*
  • Rechtsmedizin
  • Sozialmedizin
  • Toxikologie
  • Urologie
  • Zahnmedizin
  • Kieferorthopädie
  • Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
  • Zahnärztliche Prothetik
  • Zahnerhaltung


*Bezeichnung eines Teilgebietes in Klammern möglich; z.B.: Innere Medizin (Nephrologie); es sind Bezeichnungen gem. ÄAppO oder gem. Leitlinien AMWF zu verwenden

Eine Dissertation (kurz Diss.) oder Doktorarbeit, seltener Promotionsschrift oder Doktorschrift, offiziell auch Inauguraldissertation, Antritts- oder Einführungsdissertation, ist eine wissenschaftliche Arbeit zur Erlangung eines Doktorgrades an einer Wissenschaftlichen Hochschule mit Promotionsrecht. Zur Promotion ist neben der Veröffentlichung der Dissertation (Hochschulschrift) entweder eine mündliche Prüfung (Rigorosum) notwendig oder eine mündliche Verteidigung der Dissertation (Disputation).

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wort Dissertation stammt vom lateinischen Wort dissertatio ab, das „Auseinandersetzung“, „Erörterung“ oder „ausführliche Besprechung“ bedeutet. Ursprünglich war die dissertatio nur eine Art Thesenpapier, das die Kernleistung der Promotion, die disputatio, ergänzen und vorbereiten sollte; erst im Laufe der Jahrhunderte kehrte sich die Gewichtung von Dissertation und mündlichem Verfahren um. Dabei wuchs der Umfang der anfangs oft sehr kurzen Dissertation auf mehrere hundert Seiten an.

Die Dissertation ist der aufwendigste und wichtigste Leistungsbestandteil des Promotionsverfahrens, zu dem im Regelfall eine eingehende mündliche Prüfung gehört, die oft Rigorosum, Defensio oder Disputation genannt wird. Weiterer Leistungsbestandteil kann – je nach Land und Fakultät – ein mehrsemestriges Doktoratsstudium sein. Der genaue Ablauf des Promotionsverfahrens unterscheidet sich hierbei häufig von Universität zu Universität, ja sogar innerhalb einer Hochschule können Unterschiede zwischen den einzelnen Fächern bestehen. Es existieren keine allgemeingültigen Regeln für den Ablauf des Promotionsverfahren, auch wenn in den letzten Jahren ein gewisser Trend zur Vereinheitlichung zu beobachten ist. Daher sind auch die hier gemachten Angaben nur eine grobe Richtschnur, von der die Realität erheblich abweichen kann.

Erst wenn der Kandidat allen Anforderungen des Promotionsverfahrens genügt hat, kann dieses abgeschlossen und der Doktorgrad von der Fakultät verliehen werden. In Deutschland darf der Doktorgrad oft erst geführt werden, nachdem die Dissertation publiziert worden ist. Bis zur Einführung der Bologna-Regelungen musste ein im Ausland erworbener Doktorgrad zudem einem Nostrifizierungsverfahren unterzogen werden. Dies bedeutete, dass der Titel in Deutschland erst geführt werden durfte, nachdem das zuständige Kultusministerium des Bundeslandes die Gleichwertigkeit überprüft hatte. Das eigentliche Promotionsverfahren auf fachlicher Seite ist aber schon mit der positiven Beurteilung der schriftlichen und mündlichen Leistungen abgeschlossen, was zumeist mit einem entsprechenden Zeugnis dokumentiert wird.

Im Gegensatz zu einer Examens-, Magister- oder Diplomarbeit, die unter Anleitung von Hochschullehrern entsteht und im Regelfall nur den aktuellen Forschungsstand wiedergeben soll, ist die Dissertation oder Dissertationsschrift eine eigenständige wissenschaftliche Arbeit, die in der Regel einen forschungsbasierten Wissenszuwachs enthalten soll. Sie wird meistens an einem Institut unter Betreuung eines Professors oder Dozenten absolviert, der traditionell Doktorvater genannt wird, manchmal auch Doktormutter, heute eher Mentor(in) oder Betreuer(in). Sie kann aber auch außerhalb der Hochschule angefertigt und „extern“ eingereicht werden.

In manchen Ländern (nicht aber in Deutschland und Österreich) spricht man auch bei einer Diplom- oder Magisterarbeit von einer Dissertation.

Inhalt und Form von Dissertationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Je nach Fach beschäftigt sich eine Dissertation entweder theoretisch oder historisch mit einem Thema oder sie beschreibt und interpretiert empirisch oder experimentell gewonnene Erkenntnisse. Als Sprachen sind in vielen Promotionsordnungen Deutsch und Englisch gleichermaßen zugelassen, weitere Sprachen sind je nach Fachgebiet möglich. Vor allem dann, wenn die Arbeiten innerhalb eines internationalen Kooperationsprojekts entstanden sind, ist Englisch oft verpflichtend.

Eine Dissertation soll belegen, dass der Kandidat selbstständig wissenschaftlich zu arbeiten versteht. Sie muss im Regelfall neue Erkenntnisse zu dem gewählten Gegenstand enthalten und methodisch einwandfrei sein. Eine Dissertation ist damit eine Forschungsarbeit. Wichtig zum Nachweis der Fähigkeit zum eigenverantwortlichen wissenschaftlichen Arbeiten sind auch die Kenntnis der relevanten Forschungsliteratur, der üblichen Arbeitsweise des Fachgebiets, das Ziehen belastbarer Rückschlüsse sowie die Einbettung der eigenen Arbeiten in den wissenschaftlichen Kontext. Zur Textmenge einer Dissertation gibt es üblicherweise keine Vorschriften. Der Umfang variiert stark je nach dem Gebiet und liegt zwischen 150 und 500 Seiten etwa in den geisteswissenschaftlichen Fächern, während er in den Naturwissenschaften nur etwa 30 bis 150 Seiten beträgt.

Einen Sonderfall stellen medizinische Dissertationen dar: Abhängig von der Art der Arbeit (klinisch/experimentell, prospektiv/retrospektiv) variiert der Arbeits- und Zeitaufwand hier stark. Während manche Arbeiten vergleichbar mit denen in anderen naturwissenschaftlichen Fächern sind, gibt es auch Arbeiten, die innerhalb eines Jahres fertiggestellt werden. Aus diesem Grund gibt es eine Debatte über eine Vereinheitlichung der Promotionsanforderungen.[1]

Für Gliederung, Zitate anderer Arbeiten und den formalen Nachweis der Selbständigkeit sind gewisse Formen üblich oder in der Promotionsordnung der Fakultät bzw. des Fachbereichs vorgeschrieben. Betrug (etwa durch Hinzuziehung eines Ghostwriters), ein nachgewiesenes Plagiat oder die auszugsweise Übernahme fremder Texte ohne Quellenangabe kann auch noch im Nachhinein zur Aberkennung des Doktorgrades und gegebenenfalls zu strafrechtlichen Konsequenzen führen.

Im Gegensatz zu einer im deutschsprachigen Raum üblichen Monografie als Promotionsleistung werden auch zunehmend die aus anderen Ländern bekannten kumulativen Dissertationen zugelassen. Hierbei reicht der Doktorand statt der Monografie eine Anzahl von inhaltlich zusammengehörigen Veröffentlichungen in Fachzeitschriften ein.

Als Seitenformat ist für die Begutachtungsphase meist A4-Format üblich, in der Printvariante nur rechtsseitig bedruckt. Die Arbeit ist je nach Promotionsordnung in drei bis fünf Exemplaren in gebundener Form und meist zusammen mit der PDF-Datei auf CD-ROM beim fachlich zuständigen Dekanat einzureichen. Die Arbeit ist heute vielfach auch als Datei vorzulegen, denn durch Plagiatsaffären ist in vielen Fakultäten zu einer Prüfung der Arbeit mit entsprechender Software übergegangen worden.

In der Phase nach der Disputation wird das Werk als Publikation vorbereitet, wobei je nach Promotionsordnung auf eigene Kosten bis zu sechs Belegexemplare in gedruckter Form zu produzieren sind (hier ist dann doppelseitiger Druck gängig). Verfügt die Hochschule über eine Online-Publikationsstelle, sind die Belegexemplare dort abzuliefern, zusammen mit dem Hochladen des pdf auf den jeweiligen Publikationsserver. In manchen Promotionsordnungen sind auch noch Veröffentlichungen in Mikroform (z. B. Microfiche) als Möglichkeit zugelassen, heute jedoch weitgehend unüblich geworden.

Einige Fakultäten bzw. Fachgebiete bieten den Promovenden zusätzlich an, ihre Dissertationen im Rahmen einer Schriftenreihe zu publizieren und im wissenschaftlichen Schriftenaustausch zu versenden, beispielsweise die DGK-Serie C der deutschen Geowissenschaften.

In vielen Fächern gilt es allerdings noch immer als prestigeträchtiger, wenn die Dissertation als Monographie in einem etablierten Fachverlag erscheint. Hierbei stellt sich zumeist das Problem der Finanzierung, da in der Regel vom Verlag ein Druckkostenzuschuss verlangt wird, auch weitere Kosten, beispielsweise für den Erwerb von Bildrechten, können je nach Art der Arbeit hinzukommen.

Die Ablieferungsvarianten sind von der Kultusministerkonferenz harmonisiert worden. In der aktuellen Fassung dieser Grundzüge für die Veröffentlichung von Dissertationen,[2] die seit 1997 in dieser Fassung gültig ist, wird explizit bereits die Möglichkeit der Elektronischen Dissertation erwähnt. Dieser Beschluss müsste nun deutschlandweit in den Promotionsordnungen der einzelnen Fakultäten und Universitäten umgesetzt worden sein.

Doktorand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Doktorand, Dissertant (in Österreich übliche Bezeichnung) oder Promovend ist ein Student, der den höchsten akademischen Grad des Doktors anstrebt. Meistens geschieht dies nach dem Diplom-, Master- oder Magisterstudium oder dem Staatsexamen. Doktoranden, die nicht als wissenschaftliche Mitarbeiter an einer Hochschule beschäftigt sind, können sich zur Finanzierung ihrer Arbeit beispielsweise bei einem Begabtenförderungswerk oder einem thematisch passenden Graduiertenkolleg um ein Stipendium bewerben oder von einem anderen Arbeitgeber als der Hochschule für die Zeit der Promotion finanziert werden (sogenannte „externe Promotion“). Auch kommt es vor, dass während einer Promotion der Lebensunterhalt ganz oder teilweise aus Ersparnissen oder Zuschüssen z. B. der Eltern finanziert wird.

Voraussetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Voraussetzung für eine Promotion und damit zur Anfertigung einer Dissertation ist heute, bis auf wenige Ausnahmen, ein abgeschlossenes Hochschulstudium (Diplom, Master, Magister oder Staatsexamen). Die sogenannte grundständige Promotion, bei der das Studium direkt mit einer Promotion abgeschlossen wurde, war in der Vergangenheit in manchen Fachrichtungen möglich, ist mittlerweile jedoch weitgehend abgeschafft. Näheres regelt die Promotionsordnung des das Forschungsgebiet betreffenden Fachbereichs an der jeweiligen Hochschule. Grundsätzlich ist auch ein Forschungsvorhaben in einem anderen als dem studierten Fachgebiet möglich. Es gibt jedoch Promotionsordnungen, die ein abgeschlossenes Studium im selben Fachgebiet oder eine Mindestnote für die Zulassung als Doktorand vorsehen.

Im Regelfall beantragt der Interessent nach Abschluss des Studiums beim Dekanat die Zulassung als Doktorand und benennt sein Forschungsthema. Falls er vorab bereits einen potenziellen Betreuer für das gewünschte Forschungsthema gefunden oder mit einem potenziellen Betreuer zusammen ein Thema festgelegt hat, kann er diesen in seinem Antrag vorschlagen. Ansonsten kann das Dekanat in der Regel helfen, einen Betreuer zu suchen, der mit dem Themengebiet vertraut ist. Aber auch eine unbetreute Promotion ist möglich.

In manchen Fachgebieten ist es üblich, dass Promotionsthemen mit dem Namen des Bearbeiters und des Betreuers in Fachzeitschriften oder Forschungsdatenbanken veröffentlicht werden. Hierdurch wird die Doppelvergabe von Themen vermieden, aber auch die Möglichkeit zum fachlichen Austausch eröffnet; zum Teil werden auch abgeschlossene oder aufgegebene Arbeiten auf diese Weise angezeigt.[3]

Anfertigung der Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitrahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zur Verfügung gestellte Zeit zwischen der Themenwahl und dem Einreichen der Arbeit wurde und wird von den verschiedenen Fachgebieten unterschiedlich gehandhabt. Während in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Dissertationen oft innerhalb eines Jahres angefertigt wurden, verlängerte sich der Zeitraum in der zweiten Hälfte auf etwa zwei bis fünf Jahre.[4]

In der Regel werden von den Fakultäten jedoch keine festen Zeiträume vorgegeben, da beispielsweise durch nicht erwartete Forschungsergebnisse, notwendige Reisen usw. die Promotionsdauer verlängert werden kann, auch persönliche Umstände des Doktoranden können hier eine Rolle spielen (Kindererziehung, Pflege von Angehörigen oder gleichzeitige Berufstätigkeit usw.). Es gelten die Bestimmungen der jeweiligen Promotionsordnung, in der festgelegt worden ist, ob Abweichungen möglich sind und falls ja, unter welchen Bedingungen.

Beispielsweise gilt nach § 6 Abs. 2 der Promotionsordnung der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universität Hamburg in der Fassung vom 7. Juli 2010: „In der Regel soll die Dissertation nach drei Jahren eingereicht werden und das Verfahren nach vier Jahren abgeschlossen sein (Regelbearbeitungszeit).“[5]

Nach § 4 Abs. 6 der Promotionsordnung der Medizinischen Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen in der Fassung vom 10. August 2009 gilt: „Die Annahme als Doktorand wird für drei Jahre ausgesprochen. Eine Verlängerung dieser Frist kann mit Begründung von Doktorand und Betreuer beantragt werden.“[6]

Die Ordnung zur Erlangung des akademischen Grades eines Doktors der Philosophie (Dr. phil.) an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in der Fassung vom 26. Juni 2001, gültig für die Fachbereiche Gesellschaftswissenschaften, Erziehungswissenschaften, Psychologie und Sportwissenschaften, Evangelische Theologie, Katholische Theologie, Philosophie und Geschichtswissenschaften, Sprach- und Kulturwissenschaften, Neuere Philologien und Geowissenschaften/Geographie, bestimmt in § 4 Abs. 3 Satz 3: „Das Thema der Dissertation soll so beschaffen sein, dass es voraussichtlich in zwei bis drei Jahren zur Promotion führen kann.“[7]

Für ausländische Studierende gilt: Eine Aufenthaltserlaubnis zur Promotion in Deutschland wird für maximal fünf Jahre erteilt.[8] Zu den Rechtsgrundlagen zählt § 20 Abs. 7 Nr. 4 AufenthG.

Wenn also der Zeitraum der Promotion grundsätzlich durchaus flexibel gehandhabt werden kann, so ist zu beachten, dass Doktorandenstellen, Graduiertenkollegs usw. meist zeitlich befristet sind; läuft also eine entsprechende Stelle vor Abschluss der Promotion aus, kann die Fortsetzung durch fehlendes Einkommen oder beendeten Zugang zu Forschungseinrichtungen (z. B. Labore) erschwert werden.

Doktorandenstellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den naturwissenschaftlichen Fächern (auch manchmal in der Medizin) kann die Arbeit an der Dissertation aufgrund des Umfanges der Themen innerhalb eines begrenzten Zeitraums von 3 bis 4 Jahren im Rahmen einer bezahlten Doktorandenstelle[9] erstellt werden. Wegen der erforderlichen umfassenden Recherchen sowie des Umfangs der Dissertation kann es hier durchaus fünf Jahre oder mehr bis zur Fertigstellung dauern, was in der Verlängerung der Fristen berücksichtigt wird.

In den meisten Fällen sind Doktoranden in den Forschungs-, oft auch in den Lehrbetrieb eines Hochschulinstituts eingebunden. Die Hochschule vergütet in diesem Fall auf Basis des TV-L in der Entgeltgruppe 13 (ehemals BAT IIa). Hierbei werden oft nur halbe Stellen vergeben, in Mangelfächern wie Informatik und Ingenieurwissenschaften jedoch auch volle Stellen. Auch Akademien oder technische Versuchsanstalten kommen in Frage, während rein externe Dissertationen in vielen nicht geisteswissenschaftlichen Fächern selten sind. Die naturwissenschaftlichen Doktorandenstellen werden aus Budgetmitteln (Planstellen), aus Projektgeldern (Drittmittel) oder durch ein Stipendium finanziert.

Doktorandenstudium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit einigen Jahren schreiben einige Universitäten des deutschen Sprachraums für manche Fächer ein spezielles Doktoratsstudium von zwei bis vier Semestern vor. Im Ausland sind diese Doktorstudien mit sogenannten wissenschaftlichen Forschungsdoktoraten und dem Abschluss Ph.D. üblich.

Beginn der Dissertation noch während des Medizinstudiums[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den allermeisten Fächern ist heute ein abgeschlossenes Hochschulstudium die Voraussetzung, um eine Dissertation zu beginnen. Bei den Humanmedizinern ist es meist durch die Promotionsordnung erlaubt, Forschung schon während des Studiums zu betreiben, wenn das Forschungsvorhaben durch einen Doktorvater betreut wird. Dann ist der Dr. med. schon mit Ende des Studiums erreichbar.

Allerdings ist die Bandbreite des benötigten Arbeitsaufwandes bei medizinischen Dissertationen sehr groß, sie reicht von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren. Medizinische Promotionen sind daher nur schwer untereinander vergleichbar; sie stellen nicht per se eine eigenständige wissenschaftliche Leistung dar. Aus diesem Grund wird der deutsche Dr. med. heute im angelsächsischen Raum nicht als Forschungsdoktorat anerkannt, sondern wie ein Berufsdoktorat mit einer Masterthesis gleichgestellt, sofern nicht im konkreten Fall eine eigenständige wissenschaftliche Leistung nachgewiesen werden kann. Der deutsche Wissenschaftsrat vertritt seit 2009 eine ähnliche Position.[10]

Eigenständigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dissertationsschrift muss oft eine eidesstattliche Erklärung darüber enthalten, dass sie auf selbständiger Arbeit beruht.[11] Es ist dennoch vorgekommen, dass die Leistung gegen Erbringung eines Honorars ganz oder teilweise von einem „Ghostwriter“ erbracht wurde. Neben dem Zurückweisen der Arbeit oder dem nachträglichen Aberkennen der Doktorwürde sind bei Bekanntwerden solchen Vorgehens auch zivil- oder strafrechtliche Konsequenzen möglich.

Promotionsverfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Form der Dissertation erlassen die Promotionsausschüsse in der Regel Richtlinien, um den Rahmen für ein ordentliches und einheitliches Erscheinungsbild festzulegen.

Die fertige Dissertation wird bei der fachlich zuständigen Fakultät eingereicht, die das Promotionsverfahren eröffnet und einen Promotionsausschuss bestellt. Die formale Vorgehensweise des Verfahrens ist in der Promotionsordnung der Fakultät festgelegt.

Der Ausschuss prüft die formalen Kriterien und entscheidet über Annahme oder Ablehnung. Bei Annahme werden zwei Hochschulprofessoren oder habilitierte Hochschuldozenten um eine schriftliche Begutachtung der Dissertation ersucht. Weichen die beiden Gutachten in ihrer Bewertung deutlich voneinander ab, kann ein drittes Gutachten angefordert werden. Einige Fakultäten verlangen ein drittes Gutachten auch dann, wenn die beiden ersten die Note summa cum laude vorgeschlagen haben. Gutachten und Dissertation können danach eine bestimmte Zeit (meistens zwei Wochen) in der Fakultätsverwaltung „fakultätsöffentlich“ eingesehen und mögliche Einsprüche angemeldet werden.

Ist die Dissertation (der schriftliche Leistungsbestandteil des Promotionsverfahrens) positiv beurteilt, folgt der mündliche Leistungsbestandteil – das Rigorosum („strenge Prüfung“ im Promotionsfach) oder die Disputation, die auch Defensio (öffentliche Verteidigung der Arbeit) genannt wird.

Das Rigorosum ist eine mündliche Prüfung und erstreckt sich auch über benachbarte Fachgebiete, die meistens durch zwei Nebenfachprüfungen abgedeckt werden. Die Prüfer sind drei bis fünf Hochschulprofessoren oder -Dozenten, darunter die Gutachter der Dissertation, von denen nur einer der Fakultät oder Universität angehören muss, an der sie eingereicht wurde.

Die Disputation besteht aus einem (hochschul-)öffentlichen Vortrag (meistens 20 bis 30 Min.) und einer anschließenden etwa einstündigen Diskussion/Befragung (= eigentliche Verteidigung). Der Vortrag wird heute meistens über das Thema der Dissertation gehalten, es gibt aber auch Fakultäten (z. B. die philosophischen Fakultäten in Tübingen und Kiel), an denen der Kandidat über ein Thema vortragen muss, das in keiner Verbindung zur Dissertation steht.

Weil die Art des Promotionsverfahrens von Fach zu Fach und von einer Hochschule zur anderen stark variiert, ist ein direkter Vergleich kaum möglich, sondern allenfalls indirekt über das Renommee der Hochschule oder des Mentors.

Nach erfolgreichem Abschluss des Verfahrens ist die Dissertation zu veröffentlichen. Dies kann bei einem Verlag geschehen, in einer Fachzeitschrift, im Selbstverlag, als Mikrofilm oder neuerdings auch digital (Netzpublikation) – siehe unten. In der Regel sollte der veröffentlichte Text der eingereichten und begutachteten Fassung entsprechen, manchmal empfehlen die Gutachter aber auch eine (teilweise) Überarbeitung oder Kürzung. Je nachdem wie viel Zeit bis zur Veröffentlichung vergangen ist, kann allerdings auch eine Überarbeitung bzw. Ergänzung im Hinblick auf zwischenzeitlich erschienene neuere Forschungsliteratur des betreffenden Fachgebietes sinnvoll sein. Manche Promotionsordnungen schreiben auch eine ausdrückliche Genehmigung der Betreuer bzw. Gutachter zur Veröffentlichung vor, insbesondere wenn die veröffentlichte Fassung deutlich von der eingereichten abweicht.

Erst mit der Veröffentlichung der Dissertation sind alle Leistungsbestandteile des Promotionsverfahrens erbracht. Der Doktorgrad wird verliehen und darf nach Aushändigung der Urkunde vom Kandidaten geführt werden. Der Doktorgrad belegt die Fähigkeit zur selbstständigen wissenschaftlichen Arbeit. Die Verleihung des Doktorgrades und anderer akademischer Grade ist das vornehmste Recht der Fakultäten.

Bewertungsstufen einer Dissertation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Promotion können in Deutschland (Beispielhaft hier: Notenskala der LMU München[12]) und der Schweiz je nach Promotionsordnung für den jeweiligen Doktorgrad einer Hochschule folgende Bewertungsstufen gelten:

Deutschland Schweiz[13]
summa cum laude „mit höchstem Lob, mit Auszeichnung, ausgezeichnet“; D-Notenskala: 0,5 bis 0,7 opus eximium „herausragendes Werk“ summa cum laude „hervorragend“, CH-Notenskala: 6; oder insigni cum laude „sehr gut“, CH-Notenskala: 5,5
magna cum laude „mit großem Lob, sehr gut“; D-Notenskala: 0,7–1,5 opus valde laudabile „sehr lobenswertes Werk“ magna cum laude „gut“, CH-Notenskala: 5
cum laude „mit Lob, gut“; D-Notenskala: 1,5–2,5 opus laudabile „lobenswertes Werk“ cum laude „befriedigend“, CH-Notenskala: 4,5
rite „regelgemäß, befriedigend, genügend“; D-Notenskala: 2,5–3,3 opus idoneum „geeignetes Werk“ rite „ausreichend“, CH-Notenskala: 4
insufficienter, non sufficit, non rite „ungenügend“ oder sub omni canone „unterhalb jedes Maßstabs“; D-Notenskala: > 3 insufficienter, non rite „ungenügend“ „ungenügend“, CH-Notenskala: < 4

Die Bewertungsstufen können auch alle auf Deutsch bezeichnet werden und um „bestanden“ ergänzt sein. Teilweise variieren die Übersetzungen der lateinischen Bezeichnungen der Noten in arabische Zahlensystematiken von Universität zu Universität stark. So erhält man beispielsweise bei einem „cum laude“ nur die Note 1,6 und bei einem „rite“ hingegen noch eine Note von 2,2.[14] Einige Promotionsordnungen sehen Zwischennoten vor[15]. Andere verzichten ganz auf eine Übertragung in arabische Noten. Wiederum andere Universitäten verzichten auf die Übertragung in lateinische Notenbezeichnungen – so vergibt die TU Berlin nur die deutschen Noten „sehr gut“, „gut“, „befriedigend“, „ausreichend“ und „nicht ausreichend“[16]. Viele Verlage nehmen nur Arbeiten zur Publikation an, die mindestens mit magna cum laude bewertet worden sind. In Österreich werden Dissertationen nach dem normalen Notenschema von 1 (sehr gut) bis 5 (nicht genügend) ohne Zwischennoten beurteilt.

Bei der Umsetzung akademischer Grade, die in den Niederlanden erworben wurden, ist zu berücksichtigen, dass es an den meisten niederländischen Universitäten und Fachhochschulen nur eine Auszeichnungsstufe, cum laude, gibt. Eine Gleichsetzung des niederländischen cum laude mit der deutschen Bewertung wäre daher nicht korrekt. Dies trifft auch für Spanien zu.

Veröffentlichung der Dissertation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einigen Staaten, insbesondere in Deutschland (nicht aber im angelsächsischen Raum und auch nicht in Österreich), ist die Veröffentlichung der Dissertation integraler Bestandteil des Verfahrens. Hierdurch soll gewährleistet sein, dass die Arbeit dauerhaft zugänglich ist, die in ihr gewonnenen Erkenntnisse also allgemein rezipiert werden können. Im Zusammenhang mit diversen Fällen von Plagiaten hat sich zudem gezeigt, dass durch die Veröffentlichungspflicht auch die Arbeitsweise des Verfassers und die Anforderungen der jeweiligen Betreuer an ihre Doktoranden öffentlich überprüft werden können.

Die Einzelheiten regelt die jeweils gültige Promotionsordnung. Unter anderem muss der Doktorand der Hochschule eine bestimmte Anzahl von Pflichtexemplaren überlassen. Verdienen können die Doktoranden nur sehr selten an der Dissertation, da die Themen normalerweise nur ein Spezialpublikum interessieren und die Bücher daher meist vorwiegend von Bibliotheken angeschafft werden. Die Auflagen sind in der Regel klein: Mehr als hundert Exemplare werden selten verkauft, mehr als 300 bis 400 selten gedruckt. Doch mitunter übernimmt das Institut oder die Hochschulbibliothek im Rahmen des wissenschaftlich üblichen Schriftenaustausches den Versand einer größeren Anzahl, wenn das Thema der Ausrichtung seiner Forschung entspricht. In den meisten Promotionsordnungen ist ein bestimmter Zeitraum (oft zwei Jahre nach der letzten mündlichen Prüfung) vorgeschrieben, innerhalb dessen die Dissertation veröffentlicht werden sollte; eine Verlängerung dieser Frist ist auf Antrag meist möglich.

Die Publikation kann geschehen:

  1. bei einem Verlag: Hierfür gibt es auf Dissertationen spezialisierte Verlage sowie Fachverlage.
  2. Druck im Selbstverlag.
  3. als Mikroform.
  4. als elektronische Veröffentlichung.

Die Veröffentlichung wird nachgewiesen durch Abgabe einer vorgeschriebenen Zahl gedruckter Exemplare an die Fakultät oder die Hochschulbibliothek, die grundsätzlich ein Exemplar an die Deutsche Nationalbibliothek oder an die Österreichische Nationalbibliothek weiterleitet.

Zu 1: Speziell in den Geisteswissenschaften gilt die Aufnahme der Arbeit in ein reguläres Verlagsprogramm, am besten in eine Publikationsreihe, als besonders ehrenvoll. Oft muss dem Verlag ein Zuschuss – in der Regel um die 2000 Euro, teils aber deutlich mehr – gezahlt werden, was einen beträchtlichen Kostenfaktor in der „Gesamtrechnung“ für die Mühen des Doktor-Werdens bedeutet. Es gibt allerdings die Möglichkeit, sich um spezielle Druckkostenstipendien zu bewerben. In der Regel ist hierfür jedoch die Bestnote erforderlich, manche Institutionen, die solche Stipendien vergeben, sind auch thematisch ausgerichtet und fördern daher nur bestimmte Dissertationsthemen oder Fachgebiete. Doktoranden einiger Fakultäten wie der Politologie nutzen wegen der hohen Kosten für den Zuschuss inzwischen für ihre Dissertationen auch Digitaldienstleister bzw. Self-Publishing-Plattformen.[17]

Zu 2: Einige Institute führen eigene Publikationsreihen für die Veröffentlichung von Dissertationen (z. B. „Schriftenreihe des Instituts für …“). Eine Aufnahme der Arbeit in eine solche Reihe bedeutet allerdings nicht immer, dass auch ein Druckkostenzuschuss übernommen wird.

Zu 3: Die Veröffentlichung als Mikrofilm oder -fiche ist heute unüblich geworden, da diese Medien weitgehend durch elektronische Veröffentlichungsformen abgelöst wurden. Manche ältere Promotionsordnungen sehen diese Art der Veröffentlichung als Möglichkeit jedoch noch vor.

Zu 4: Immer öfter werden von den Hochschulen auch digitale Netzpublikationen anerkannt. Sie sollten meist als PDF-Dateien vorliegen. Hierbei ist in der Regel aber vorgeschrieben, dass diese Dokumente von einer bestimmten Institution, z. B. der jeweiligen Hochschulbibliothek oder einer von der Fakultät unterhaltenen Plattform (siehe oben) ins Netz gestellt werden. Dadurch soll gewährleistet sein, dass sie nicht nach kurzer Zeit wieder entfernt werden, sondern dauerhaft und unverändert zugänglich sind. Daher wird beispielsweise die (ausschließliche) Veröffentlichung auf einer privaten Homepage des Verfassers normalerweise nicht anerkannt. Eine Netzpublikation schließt die Veröffentlichung in einem klassischen, renommierten Fachverlag meist aus, da solche Verlage in der Regel keine Arbeiten zur Veröffentlichung annehmen, die bereits im Netz publiziert wurden. Umgekehrt tritt der Autor die Rechte an seinem Text meist vollständig an den Verlag ab und ist dann nicht mehr berechtigt, die Arbeit zusätzlich im Netz (oder anderswo) zu veröffentlichen.

Alle vier Formen haben ihre Vor- und Nachteile. Wesentliche Faktoren sind dabei:

  • Kosten: Am günstigsten ist die elektronische Veröffentlichung, die oft von der Hochschule übernommen wird. Danach kommt der Selbstverlag, dann die Veröffentlichung durch einen Fachverlag (auch hier können erhebliche Kosten für den Autor entstehen).
  • Verfügbarkeit: Für den Leser ist es heute am erfreulichsten, wenn das Buch im Internet kostenlos zur Verfügung steht. Wie lange die Publikation dann tatsächlich im Internet erschien, war früher oft fraglich, mittlerweile wird allerdings in den meisten Promotionsordnungen eine Online-Veröffentlichung gefordert, die dauerhaft gesichert ist. Dennoch hat eine Veröffentlichung in Buchform nach wie vor ihre Vorteile, da die Werbung renommierter Verlage die Bekanntheit der Arbeit fördert. Zudem gilt in geisteswissenschaftlichen Disziplinen als sehr erstrebenswert, dass publizierte Arbeiten von der Fachwelt – etwa durch Rezensionen – rezipiert werden. Rezensionen widmen sich jedoch fast ausschließlich gedruckten Büchern.
  • Prestige: Die Publikation bei einem renommierten Fachverlag verspricht das meiste Prestige. In nicht wenigen Fächern ist sie heute nahezu eine Voraussetzung für eine weitere Hochschullaufbahn. Danach kommen mit deutlichem Abstand die verschiedenen Formen des Selbstverlages, Book-on-demand und Online-Veröffentlichung.
  • Zeit: Eine Online-Veröffentlichung ist die schnellste Möglichkeit der Publikation, bei Veröffentlichung in einem klassischen Verlag vergehen mitunter vor allem durch das Einwerben von Druckkostenzuschüssen (aber in geringerem Maße auch für Lektorat, Bildbearbeitung, Satz usw.) ein Jahr oder mehr von der Abgabe der Dissertation bis zum fertigen Buch. Da der Doktorgrad in der Regel erst nach der Publikation geführt werden darf, ist dieser Zeitraum (z. B. bei der Planung der beruflichen Laufbahn) als Bestandteil der Promotionsphase zu berücksichtigen.

In der Vergangenheit wurden Dissertationen manchmal auch nur auszugsweise („Teildruck“) veröffentlicht. Dies war in Deutschland vor allem in der wirtschaftlich schwierigen Zeit nach den beiden Weltkriegen üblich, bedurfte jedoch der Genehmigung der Fakultät. Auch die Veröffentlichung als Aufsatz in einer wissenschaftlichen Zeitschrift war üblich, scheidet mittlerweile jedoch meist aufgrund des Umfanges heutiger Dissertationen aus.

In manchen Promotionsordnungen ist vorgeschrieben, dass die veröffentlichte Arbeit mit dem ausdrücklichen Hinweis versehen sein muss, dass es sich um eine Dissertation der betreffenden Universität handelt; auch die Namen der Betreuer und das Datum der mündlichen Prüfung müssen mitunter angegeben werden. Wo diese Bestimmung fehlt, ist das gedruckte Buch manchmal nur bei genauem Lesen als Dissertation erkennbar.

Aberkennung oder Rückgabe des durch Dissertation erlangten Doktorgrades[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Aberkennung eines akademischen Grades

Aberkennung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Täuschungen über die Promotionsleistungen wie nachträglich nachgewiesenen Plagiaten innerhalb des Textes der Dissertation ist eine Aberkennung des durch die Promotion erlangten Doktorgrades möglich. Auf den Umfang der abgeschriebenen Stellen und die Frage, ob die Arbeit auch ohne die Plagiate noch als selbstständige wissenschaftliche Arbeit Bestand hätte, kommt es dabei grundsätzlich nicht an.[18]

Rückgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namhafte Rechtswissenschaftler sind sich nicht einig darüber, ob jemand auf seinen Doktorgrad verzichten kann oder ob nur die zuständige Hochschule darüber entscheiden darf. Die herrschende Meinung vertritt etwa der emeritierte Rechtsprofessor Hartmut Maurer (Universität Konstanz) im Handbuch des Wissenschaftsrechts: Der Doktorgrad stelle ein persönliches Recht dar, „auf das verzichtet werden kann, soweit öffentliche Interessen nicht entgegenstehen“.[19]

Dies sei ein allgemeiner Grundsatz des Verwaltungsrechts, meint auch der Hochschulrechtler Hans-Wolfgang Waldeyer (Münster).

Beide sehen grundsätzlich kein öffentliches Interesse, das den Verzicht aus juristischer Sicht ausschließen würde. Sie verneinen damit die Frage, ob ein Träger eines Doktorgrades damit generell ein höheres und deshalb schützenswertes Vertrauen genießt, das niemand – auch er selbst nicht – straflos brechen darf.[19]

Der Rechtswissenschaftler Werner Thieme schreibt dagegen: Durch einen Verzicht versucht der angegriffene Doktor, dem Entzug des Doktorgrads zu entgehen und „damit auch dem Vorwurf des Plagiats, der Täuschung“. Da der akademische Grad von einer öffentlichen Prüfungsbehörde verliehen worden sei, könne er nicht durch eine einseitige private Erklärung „zum Erlöschen“ gebracht werden und die förmliche Aberkennung überflüssig machen.[19]

Der gleiche Meinungsstreit wurde schon 1988 in der Fachwelt geführt, als der schleswig-holsteinische Landtagsabgeordnete und Jurist Trutz Graf Kerssenbrock wegen angeblicher Verfahrensmängel bei der Promotion seinen Doktorgrad zurückgab. Inzwischen wurde er rehabilitiert. Seither neigen Hochschulen in Täuschungsfällen dazu, mit dem Verzicht ‚Gras über die Sache wachsen zu lassen‘.[19]

Gerichtsentscheidungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verwaltungsgericht Frankfurt führte in einem Urteil aus, dass in einer Doktorarbeit jeder Gedankengang und jede Fußnote, die nicht aus eigener gedanklicher Leistung, sondern von dem Werk eines anderen herrührten, als solche zu kennzeichnen seien.[20] Soweit komplette Passagen aus dem Werk eines anderen Autors in einer Dissertation nicht gekennzeichnet übernommen werden, werde über die Eigenständigkeit der erbrachten wissenschaftlichen Leistung getäuscht, führte der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg aus.[21] Auch das VG Berlin erkannte in einem Fall den Doktorgrad ab, nachdem sich zeigte, dass nur 95 von insgesamt 294 Seiten der Dissertation nicht vom Plagiatsvorwurf betroffen waren und es im Übrigen sehr augenfällige Übereinstimmungen mit teilweise fast wörtlich übernommenen Passagen gab.[22]

In Bayern wurde 2006 wie folgt geurteilt: Eine Doktorandin der Universität Regensburg hatte „ca. 35 Seiten aus 16 verschiedenen Fremdwerken“ wortgleich übernommen, davon 8 Seiten ohne Belege; „an insgesamt rund 130 Stellen [seien] wortwörtliche Textübernahmen“; weitere 235 Zeilen an Übernahmen ohne ausreichende Kennzeichnung kamen später noch hinzu. Der Zweitgutachter lehnte die Arbeit daher als „insufficienter“ ab. Die Klage der Doktorandin dagegen wurde wie folgt abgewiesen:

Zugang zu Dissertationen in Bibliotheken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Begutachtung und Abnahme überlässt der Verfasser gemäß der jeweiligen Promotionsordnung der Hochschulbibliothek kostenlose Exemplare der Hochschulschrift zur Bestandsaufnahme. Entweder überlässt er der Bibliothek Druckexemplare oder elektronische Dateien. Die Bibliothek fertigt eine Titelaufnahme an und stellt sie online. Jede Online-Dissertation bekommt eine individuelle URL-Adresse. Die Nationalbibliothek vergibt ebenfalls eine so genannte URN. Verlagshäuser überlassen die bei ihnen erschienenen Werke üblicherweise auch der Nationalbibliothek. Dissertationen, die im Selbstverlag erschienen sind, übergibt die Hochschulbibliothek der Nationalbibliothek.

Durch diese Vorgehensweise soll sichergestellt werden, dass dauerhaft Exemplare der Dissertation in mindestens zwei Bibliotheken aufbewahrt werden und zugänglich sind. Immer wieder kursierende Gerüchte, bestimmte prominente Personen hätten ihre Dissertationen „sperren lassen“ oder Anweisung gegeben, sie aus allen Bibliotheken zu entfernen, sind nicht zutreffend.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tilo Gockel: Form der wissenschaftlichen Ausarbeitung Studienarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Konferenzbeitrag (= eXamen.press). 2. Auflage, Springer, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-642-13906-2.
  • Kai U. Jürgens: Wie veröffentliche ich meine Doktorarbeit? Der sichere Weg zum eigenen Buch (= Praxis + Erfolg. Bd. 4). Ludwig, Kiel 2007, ISBN 978-3-937719-28-3.
  • Gemma Pörzgen: Doktor Digital – Die eigene Dissertation in einem Verlag unterzubringen, verschafft ihr Prestige. Doch das Internet ist preiswerter und schneller. Digitales Publizieren hängt auch vom Fach ab. online in Der Tagesspiegel vom 18. Februar 2014.
  • Dietwald Marschang: Wer verlegt meine Doktorarbeit? Die richtige Strategie für wissenschaftliches Publizieren. Kosten, Adressen, Alternativen (= Unicum). Eichborn, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-8218-1467-5.
  • Ingo von Münch / Peter Mankowski: Promotion. 4. Auflage, Mohr Siebeck, Tübingen 2013, ISBN 978-3-16-152988-7.
  • H. Sorg, R. Krämer, C. Grieswald, C. G. G. Schwab, F. J. Paprottka, A. E. Steiert, D. J. Tilkorn und J. Hauser: Die medizinische Doktorarbeit in Deutschland. Eine quantitative Analyse der Promotionsordnungen medizinischer Fakultäten. Der Chirurg 87 (2016), S. 775–784.
  • Hans-Ulrich Vollmer: Die Doktorarbeit schreiben. Strukturebenen – Stilmittel – Textentwicklung (= Wissen kompakt). 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Wissenschaft & Praxis, Sternenfels 2008, ISBN 978-3-89673-440-2.
  • Julian Waiblinger: „Plagiat“ in der Wissenschaft: zum Schutz wissenschaftlicher Schriftwerke im Urheber- und Wissenschaftsrecht (= Schriftenreihe des Archivs für Urheber- und Medienrecht, Band 262). Nomos, Baden-Baden 2012, ISBN 978-3-8329-6905-9 (Dissertation Universität Freiburg im Breisgau 2011, 196 Seiten).
  • Christel Weiß, Axel W. Bauer: Promotion. Die medizinische Doktorarbeit – von der Themensuche bis zur Dissertation. 3., überarbeitete Auflage. Thieme, Stuttgart u. a. 2008, ISBN 978-3-13-127213-3.
  • Eric W. Steinhauer: Hybrides Publizieren : Grundlagen und Perspektiven eines interessanten Modells zur Verbreitung von Hochschulschriften und wissenschaftlichen Monographien, online abrufbar, abgedruckt in: BuB Forum Bibliothek und Information 59 (2007), S. 280–283.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ↑sueddeutsche.de, 8. Juli 2009
  2. Grundsätze für die Veröffentlichung von Dissertationen vom 29.04.1977 in der Fassung vom 30.10.1997 ; Beschluss der Kultusministerkonferenz. Online (PDF, 2 Seiten; 14 kB)
  3. ↑Beispielsweise wurden Dissertationen im Fach Kunstgeschichte stets in der Zeitschrift Kunstchronik veröffentlicht, mittlerweile in einer Datenbank: http://www.zikg.eu/forschung/redaktion-kunstchronik/arttheses
  4. ↑http://www.uni-marburg.de/fb13/studium/promotion Angabe der Universität Marburg zur Dauer einer Doktorarbeit im FB Physik
  5. ↑Promotionsordnung der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universität Hamburg, Fassung vom 7. Juli 2010 (PDF-Datei; 102 kB)
  6. ↑Promotionsordnung der Medizinischen Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen, Fassung vom 10. August 2009 (PDF; 99 kB)
  7. ↑Ordnung zur Erlangung des akademischen Grades eines Doktors der Philosophie (Dr. phil.) oder einer Doktorin der Philosophie (Dr. phil.) an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main, Fassung vom 26. Juni 2001 (PDF-Datei; 153 kB)
  8. ↑Zitat Universität Frankfurt
  9. ↑http://www.academics.de/wissenschaft/traditionell_promovieren_36202.html Oliver Wasse: Die traditionelle Promotion – Nur was für Einzelkämpfer
  10. ↑https://bildungsklick.de/hochschule-und-forschung/meldung/wissenschaftsrat-bemaengelt-qualitaet-des-dr-med/
  11. ↑http://www.uni-siegen.de/fb12/dekanat/forschung/promotion/downloads/promofb12neu_2006.pdf Anlagen zum Promotionsantrag von der Universität Siegen, FB Informatik und Elektrotechnik, $5: Promotionsantrag
  12. Universität München Notenskala. Uni München, abgerufen am 24. Dezember 2016 (PDF). 
  13. ↑Notensystem an Schweizer Hochschulen gemäss der Rektorenkonferenz der schweizerischen Hochschulen
  14. ↑Universität Münster: Notenskala Universität Münster. Abgerufen am 24. Dezember 2016 (PDF). 
  15. ↑Universität Freiburg: Universität Freiburg: Notenskala. Abgerufen am 24. Dezember 2016. 
  16. ↑TU Berlin: TU Berlin Notenskala Dissertationen. Abgerufen am 24. Dezember 2016. 
  17. ↑Gemma Pörzgen: Doktor Digital – Die eigene Dissertation in einem Verlag unterzubringen, verschafft ihr Prestige. Doch das Internet ist preiswerter und schneller. Digitales Publizieren hängt auch vom Fach ab. online in Der Tagesspiegel vom 18. Februar 2014
  18. ↑VGH Baden-Württemberg Beschluss vom 13.10.2008, 9 S 494/08: Plagiat in einer Dissertation
  19. abcdHermann Horstkotte, zeit.de vom 22. Februar 2011: Guttenbergs Verzicht schützt vor Strafe nicht
  20. ↑Verwaltungsgericht Frankfurt bestätigt Entziehung des Doktorgrades wegen arglistiger Täuschung – VG Frankfurt – 12 E 2262/05
  21. ↑VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 13. Oktober 2008
  22. ↑Entscheidung des VG Berlin
  23. ↑Auszug aus der Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs, Urteil vom 4. April 2006 – 7 BV 05.388 –, BayVBl. 2007, 281

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4012494-0(AKS)

„Dabei ist der Einwand der Klägerin, sie habe die Arbeit mit bestem Wissen und Gewissen angefertigt und niemals einen Täuschungsvorsatz gehabt, unerheblich, da ihr als Doktorandin jedenfalls bekannt sein musste, dass eine solche Vorgehensweise in wissenschaftlichen Arbeiten unzulässig ist. Dass die Klägerin im maßgeblichen Zeitraum der Anfertigung ihrer Dissertation so krank gewesen sei, dass ihr deshalb die Einsichtsfähigkeit in die Rechtswidrigkeit ihrer Handlungsweise fehlte, hält der Senat nicht für glaubwürdig, da die Klägerin in dem Zeitraum vor, während und nach der Anfertigung ihrer Dissertation zwei Staatsexamina abgelegt und den Referendardienst absolviert hat. Sie war außerdem in der Lage, eine äußerlich den Anforderungen einer Dissertation entsprechende Arbeit zu fertigen. Im Übrigen kommt es aber darauf gar nicht an, da es der Klägerin unschwer möglich gewesen wäre, das Promotionsverfahren zu unterbrechen.“[23]