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Beschaffungsmarkt Beispiel Essay

1. Einleitung

Die Nacht wird heute immer mehr zum Tag gemacht; so arbeitet man zu früh, zu spät oder gar in der Nachtschicht. Auf Dauer aber lässt sich der Biorhythmus nicht ausschalten und über den Schlaf nicht siegen. Die körperlichen Folgen zeigen sich schnell (nach [13]). So wird die Forschungsfrage gestellt und einer umfassenden Literaturrecherche, die so umfassend ist, wie eben der Rahmen dieser Arbeit sein kann. unterzogen: Welche Auswirkung hat die Schichtarbeit auf den Biorhythmus des Mitarbeiters? Dieser Forschungsfrage geht nun folgender Forschungsfrage in den nächsten Abschnitten nach.

2. Hauptteil

3. 1 Aufbereitung des Themas

Nachtarbeit und Schichtarbeit werden gemeinsam definiert und in der Literatur als ein Begriff angeführt, wobei wesentliche Verschiebungen festzustellen sind. Demnächst werden immer mehr Arbeitnehmer aus dem Dienstleistungsbereich Schichtarbeit machen, während auf Grund der fortgesetzten Mechanisierung der Produktion in der Land- und Forstwirtschaft sowie Industrie eine Verminderung der Arbeitnehmer eintritt und somit auch die Anzahl der Schichtarbeiter sinkt. Ferner sind auch flexible individuelle Arbeitszeiten zu planen: Schlagwörter: Horne Office oder Job-Rotation übers Intranet bzw. Internet (nach [1]).

So soll zusammenfassend ein Überblick zur Nacht- und Schichtarbeit gegeben werden:

Arbeit zu diesen Zeiten wird vermehrt gefordert,

Schichtarbeit bedeutet ständiges Arbeiten zu außergewöhnlichen Zeiten, also sehr früh oder nachts.

Nacht- und Schichtarbeit erhöht somit die gesundheitliche Beeinträchtigung.

Die soziale Lebensqualität wird auch beeinflusst.

Den Gesundheitsgefahren kann durch ergonomische Schichtpläne (siehe später) begegnet werden.

Und eigene Rechte (siehe später) schützen die Arbeiter in der Nachtarbeit.

(nach BG ETEM und DGUV 2012)

So soll auch folgende Abbildung einen Überblick zur Nacht- und Schichtarbeit geben:

Abb. 1: Überblick zur Nacht- und Schichtarbeit mit prozentueller Abweichung im Biorhythmus des täglichen Ablaufes (nach DGUV 2012).

Je größer der Umsatz des Unternehmens, desto wahrscheinlicher ist es, dass dort Bereiche in Schichtbetrieb tätig sind. In den Dienstleistungsbetrieben erwartet sich der Kunde ein Rund-um-die-Uhr-Service (etwa im IT-Service oder im Handel); der hohe Wettbewerb übt auf den Markt einen gewissen Druck aus. In Produktionsbranchen sind es die Maschinenlaufzeiten, die den Arbeitsrhythmus vorgeben und stets öfter nahe der Kapazitätsgrenzen eingesetzt werden müssen, um weitere Betriebskosten zu minimieren und Profite anzuheben (nach Meissner, F. und Stockfisch, Ch.2011).

Nacht- und Schichtarbeit zeigt sich in einer Wechselschicht: Arbeit wird zu vereinbarten abwechselnden Zeiten verrichtet und demnach unterteilt in Dauernachtschicht, Wochenendarbeit und Schichtsysteme mit und ohne Nachtschicht. Schichtsysteme mit 24 Stunden täglicher Betriebszeit einschließlich Nacht-, Samstags- und Sonntagsarbeit nennt man Konti-Schichten. Im Handel kann man rollierende oder alternierende Schichten (z: B. in der Lagerhaltung)mit wechselnden Anfangs- und Endzeiten vereinbaren. Schichtarbeit definiert sich also als Arbeit zu wechselnden Tageszeiten, bei der die Arbeitsplätze mehrfach belegt werden. Das Arbeitszeitgesetz AZG erläutert die Nachtarbeit: Nachtarbeit ist jede Arbeit die zwischen 23 und 6 Uhr durchgeführt wird und mindestens zwei volle Stunden beträgt (nach Voss, J. 2011).

So übertrifft an Lebensgüte keine Schichtarbeit jeden noch so guten Schichtplan. Denn der Mensch ist nun einmal am Tag leistungsfähig und will nichts nachts schaffen, wie übrigens auch im Biorhythmus festgelegt (nach [2]).

Nach Abbildung 1 ergibt sich für die Arbeitsbelastung nach diesem Modell in der Nachtschicht gar 56 Prozent Leistungseinbruch gegenüber der Frühschicht. Deshalb sollte sie unterlassen werden. Das kann durch einen intelligenten Schichtplan funktionieren (etwa TÜV Nord 2012).

Schichtarbeit hat demgemäss gesundheitliche und soziale Effekte. Zuerst wollen wir die gesundheitlichen Auswirkungen anschauen. Schichtarbeiter arbeiten gegen ihre innere Uhr. Auch kein Schlaf kann dies kompensieren. Denn wir können nur am Tag unsere Leistung abrufen, nachts soll Entspannung einkehren. Durch die Unstimmigkeiten in unserem Biorhythmus sind Schichtarbeitende einer außergewöhnlichen gesundheitlichen Belastung ausgeliefert. Nachts ist unsere Leistungskraft geringer und viele Funktionen wie etwa das Herz-Kreislaufsystem oder die Atmung sind herabgesetzt. Weniger Tiefschlaf- und Traumphasen sind unter tags zu verzeichnen. So fühlt man sich auch nach dem Schlafen nicht erholt. Erschwerend kommt noch der größere Lärm unter tags hinzu. Zusätzliche Risikofaktoren ergeben sich dadurch. Der Gesundheitszustand bei Schichtarbeitern im Vergleich zu Tagschichtarbeitenden wird deutlich schlechter. 2007 hat bereits die internationale Agentur für Krebsforschung IARC Schichtarbeit als „wahrscheinlich krebserregend“ klassifiziert. Die DGUV hat nun 2012 berichtet, dass aber momentan kein erhöhtes Risiko für Krebs durch Nachtarbeit existiert. So gehören zu den beständigsten Gesundheitsstörungen bei Schichtarbeit:

Ø Appetitstörungen, Magenbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall, Schlafstörungen,

Ø Kopfschmerzen, Herzklopfen, innere Unruhe,

Ø vorzeitige Ermüdung bis hin zu Herz-, Kreislauferkrankungen.

Die Folgen können bis zur Frühpensionierung führen.

(nach DGUV 2012)

Ein weiterer Nachteil sind die Sozialen Defizite. So zerrüttet Schichtarbeit das familiäre und soziale Leben. Etwa geregelte Seminare und Sportprogramme sowie soziale Netzwerke wie Übungsabends der Freiwilligen Dorffeuerwehr sowie sonstige Aktivitäten können nur am Wochenende besucht und gepflegt werden. Das kann zu Stressfaktoren zusammengefasst werden. Die Familie muss die Schichtarbeit berücksichtigen. Jeder Kontakt muss erst langfristig geplant werden. Frauen sind obendrein noch wegen ihrer häuslichen Sorge in außerordentlichem großen Maße durch Schichtarbeit beladen. Frauen mit Nachtschicht haben auch erheblich weniger Schlaf als Männer und zeigen vermehrter gesundheitliche Nöte (nach WHO 2012).

Im Kern einer menschlichen Gestaltung von Schichtarbeit steht der Schichtplan. Gute Schichtarbeit umfasst also:

Ø Schichtplan nach arbeitwissenschaftlichen Studien

Ø Zeitausgleich für Belastung

Ø Limiteierung der Schichtarbeitszeit

Ø Lösbare Arbeitsbelastungen

Ø kontinuierliche Arbeitsmedizinische Vorsorge

Ø Möglichkeit und Ausgleich von Weiterbildungsprogrammen

Ø Schichtzulagen

So lassen sich negative Folgen verkleinern, wenn Empfehlungen von Arbeitsmedizinern eingehalten werden. Ein Beispiel für einen ergonomischen Schichtplan sind in folgender Tabelle zusammengefasst, da weitgehend auch der Biorhythmus berücksichtigt wurde:

Schichtfolge

Abfolge

mit maximal 3 Tagen gleicher Schicht

Richtung

vorwärts (früh – spät – nacht)

Dauer und Verteilung der Arbeitszeiten

Arbeitstag-Blöcke

pro Woche maximal fünf Arbeitstage in Serie

Nachtschicht-Blöcke

maximal drei Nachtschichten in Folge

Dauer je Schicht

maximal acht Stunden

Ruhezeit zwischen den Schichten

12 Stunden, nach der Nachtschicht mindestens 24 Stunden

Freizeit

mindestens 1 freier Abend zwischen Montag und Freitag

Lage der Arbeitszeit

Beginn Frühschicht

nicht vor 6 Uhr

Ende Spätschicht

nicht später als 22 Uhr

Ende Nachtschicht

möglichst früh 6 Uhr

Wochenendarbeit

mindestens ein freier Wochenendtag, mindestens 15 freie Wochenenden im Jahr

Zeitraum Schichtplan

maximal 12 Wochen, planbare Änderungen

Tab. 1: Beispiel für einen ergonomischen Schichtplan (Gärtner J. 2008).

Die gesetzlichen Vorgaben des Arbeitszeitgesetzes sind unbedingt bei der Schichtplangestaltung einzuhalten. Dies ist auch im jeweiligen Kollektivvertrag festgehalten. Die obige Tabelle macht deutlich, dass zur Beihilfe von der Erstellung von Schichtplänen EDV-Programme verwendet werden sollen, um auch alle neuesten arbeitsmedizinischen Randbedingungen einzubauen. Die IG Metall hat nun gemeinsam mit dem TÜV Nord eine vorliegende und optimierte Version der Software „Optischicht“ entwickelt (nach Gärtner J. 2008). So wird weitgehend der Biorhythmus beachtet.

Nun ist oft der Begriff Biorhythmus aufgetaucht. Wie funktioniert also diese innere Uhr, die bereits vom französischen Mediziner Virey 1814 beschrieben wurde? Sehrfrüh am Morgen sind die Lungen am anfälligsten. So bekommt der Körper ab etwa sechs Uhr morgens die ersten biologischen Impulse: Hormone aktivieren den Herzschlag, und der Blutdruck fängt an somit emporkommen. Zwischen acht und zehn Uhr beginnt die Zeit der Gliederschmerzen. Doch die innere Uhr ist barmherzig: Nachmittags wird sie die Schmerzen wieder abschwächen.
Zwischen zehn und zwölf Uhr vormittags geschehen auch die meisten Herzinfarkte. Das Optimum des Herzens bezweckt vor allem das Hirn mit sauerstoff- und nährstoffreichem Blut zu beschenken. Sprech- und Denkfähigkeiten erreichen somit auch ihren höchsten Wert. Nach zwölf Uhr mittags ist ein biologisches Wellental feststellbar. Die Körpertemperatur erzielt jetzt ihren Maximal-Peak. Von ein bis drei Uhr nachmittags bewirkt das körpereigene Hormon Endorphin ein Gefühl des Wohlbefindens. Zwischen vier und fünf Uhr nachmittags ist die beste Zeit für Sprachkurse: Das Langzeitgedächtnis ist nämlich dann am beweglichsten. Führungskräfte legen so ihre strategischen Planungen mit großem Erfolg in diesen Zeitraum. Zwischen acht und zehn Uhr abends sorgt das Hormon Adrenalin, das danach abfällt, dass alle Sinne geschärft sind. So beginnt nach ausreichendem Schlaf ein neuer biologischer Tageslauf (nach [3]). So hat die Schichtarbeit darin nur einen geringen Platz.

Beschäftigte im Nachtdienst agieren nun gegen diese innere Uhr. Sie sind aktiv, wenn eigentlich ihr Körper schon auf Schlaf programmiert ist, und müssen schlafen, wenn das Einnicken durch bestimmte Zeitfenster im Biorhythmus leichtfallen würde. Selbst wenn sich die Nachtschichtarbeit über einen längeren Zeitraum ausdehnt, kann der Organismus sich nicht einfach ändern, da er immer gegen natürliche Auswirkungen wie dem Tageslicht entgegentreten muss. Schlafstörungen sind daher bei Schichtarbeitern zahlreich. Mehrere Analysen wiesen konform drauf hin, dass rund 80 Prozent der Nachtarbeiter unter Nervosität und ähnlichem leiden. Außerdem sinkt die Konzentrationsfähigkeit nachts. Vor allem bei Tätigkeiten in Gefahren- und Kontrollbereichen ist dies leichtsinnig, denn nachts können Fehlleistungen gesteigert auftauchen. Große Umweltkatastrophen wie der Reaktorunfall in Tschernobyl fanden daher nachts statt. So erleichtern einige Regeln das Leben mit Schichtarbeit: Ein Schichtsystem, wie bereits oben erwähnt, mit höchsten drei Tagen in der gleichen Schicht ist generell besser zu bezwingen als ein Schichtwechsel im Wochenrhythmus. Der Wechsel sollte zudem immer im Uhrzeigersinn also Frühschicht, Spätschicht, Nachtschicht erfolgen. Die Arbeitsmediziner raten, wie bereits erwähnt, eher schnelle tägliche Wechsel hintereinander ab zulegen und dann von vorne anfangen. Am wenigsten sind für folgende Personen Schichtarbeit angebracht:

Ø Morgentypen und über 50-Jährige

Ø Menschen, die schon einmal eine psychiatrische Erkrankungen litten

Ø Personen mit Erkrankungen der Schilddrüse, des Verdauungssystems, der Leber und des Herz- und Kreislaufsystems

Ø Personen mit Epilepsieanfällen

Ø Menschen, die Suchtgifte nehmen.

Die negativen Folgen der Nachtarbeit lassen sich aber limitieren, um die innere Uhr möglichst zu befolgen. So sollen folgende Empfehlungen für die Nachtschicht befolgt werden:

Ø Maximal drei Nachtschichten in Folge

Ø Keine koffeinhältigen Getränke wie Kaffee

Ø Die Ernährung entsprechend vorsehen: Vor Start gut essen, während der Nacht zwei leichte warme Mahlzeiten, wobei die letzte Nahrung gegen vier Uhr morgens eingenommen werden soll.

Ø Ruhige Schlafumgebung tagsüber schaffen.

Ø Kein Alkohol oder sonstige Einschlafhilfen benutzen.

Ø Ein vom Dienstgeber gestatteter „Schlüsselschlaf“ während der Schicht minimiert die Müdigkeit.

(nach [4]).

So erfuhr man einiges, wie man den Biorhythmus halbwegs in den Einklang mit dem Biorhythmus bringt. Doch noch wenig wurde zur Unfallgefahr durch die Schichtarbeit gesagt. Um den Biorhythmus zu beherrschen, entdecktem Experten, dass man ausgeruhter die Schichtarbeit beginnt, wenn man den Lichteinfall beeinflusst, beispielsweise durch Entspannung in abgedunkelten Räumen, wie oben bereits kurz erwähnt (nach [5]).

In Schicht arbeiten in Deutschland rund 15 Prozent (Stand: 2010). Diese Arbeit hat viele Auswirkungen auf Bereiche des Lebens. Hierzu zählen resümierend die Gesundheit, der Biorhythmus und die Leistung genauso wie das soziale Umfeld und das Risiko von Unfällen (nach IFA 2011). Diese Themen wurden nun in Zusammenhang mit Schichtdienst angeführt. Schichtarbeiten kann sogar Diabetes wahrscheinlicher werden lassen. Das haben zumindestens amerikanische Mediziner in einer Studie an rund 180.000 Krankenschwestern nachgewiesen (nach [6]).

So kann die Umstellung auf Nachtarbeit nicht ohne weiteres erfolgen. Ohne den bedeutsamsten Impulsgeber, das Sonnenlicht, bewahren die inneren Uhren ihren eigenen Rhythmus. Folglich entkoppelt man sich von innerem und äußerem Rhythmus. Hormone werden produziert, die Müdigkeit bewirken. Der Körper legt sich nachts auf Erholung fest, obwohl ihm eine höchste Konzentration und Anspannung anvertraut wird (nach [7]).

Nach [8] kann so sogar ein Jet Lag aufgebaut werden, denn der Biorhythmus des Menschen verpflichtet sich auf einen 24 Stunden Tag und keine Minute mehr oder weniger und da arbeitet die Schicht dagegen.

Dese innere Uhr kann Mensch fast nicht beeinflussen. Sie sind genetisch determiniert. Auf alle Fälle sind etwa bei der Schichtarbeit folgende Rhythmen zu beachten, nach denen auch weitgehend die Arbeit ausgerichtet werden soll. So spricht man vom zirkadianen Rhythmus, wenn man den 24-Stunden-Rhythmus meint; zirkamensuelles Rhythmus heißt die Monatsamplitude und zirkaannuale Rhythmus den regelmäßigen Wechsel im Jahr (nach [9]).

Oder wie Reimers (2012) nach eingehender Literaturrecherche kritisch zusammenfasste: Schichtarbeiter sind einem erhöhten Gesundheitsrisiko ausgesetzt.

Das drückt sich dann in beträchtlichen körperlichen und sozialen Auswirkungen aus. Viele Körperfunktionen wie etwa Körpertemperatur, Herztätigkeit sind usw. einem Biorhythmus verpflichtet, der vor allem von der Sonnenintensität gelenkt wird. Die sozialen Probleme der Nachtschichtarbeiter sind oft noch schwerer lösbar als die rein körperlichen (nach [10]).

Nicht dauernd soll gegen die innere Uhr schon alleine gearbeitet werden wegen seiner Gesundheit, denn Schichtarbeit ist dafür das „klassische“ Beispiel. Innere Uhren lenken das menschliche Leben: Im Wechsel von Tag und Nacht wird ein regelmäßiger Zyklus von rund 24 Stunden beobachtet. Wer mitten in der Nacht geweckt wird, weiß, das alles sehr gedämpft verläuft. Morgens aber wird die Temperatur hochgeschraubt. Das Licht übernimmt dann die Synchronisierung. Doch immer stärker arbeitet der Mensch heute gegen seinen Biorhythmus und damit eigentlich auch gegen seine Gesundheit. Schichtarbeit ist ein Beispiel dafür (die AOK 2012).

So wird die Nacht oft zum Tag gemacht, jedoch das geling nur selten, wie das Beispiel Schichtarbeit. Es ist gar nicht so einfach, den Bio-Rhythmus auszuschalten. Da können die Jalousien noch kein Tageslicht eindringen lassen; man fühlt sich zermürbt, obwohl man geschlafen hat. Das beruht auf unserer inneren Uhr: Das körpereigene Uhrwerk lässt sich nicht so einfach verstellen. Diese „Kalibrierung“ erlaubt nun einmal keinen anderen Rhythmus, als nachts zu entspannen und am Tag voll fit zu sein (nach [11]).

Von einem Biorhythmus spricht man also, wenn kontinuierlich und wiederkehrend Reihen von natürlichen Veränderungen der Körperfunktionen erkennbar sind. Zu den wichtigen Biorhythmen des menschlichen Körpers zählen u.a. der Schlaf-Wach-Rhythmus. Die innere Uhr lenkt die Körperfunktionen wie z. B. den Hormonhaushalt. Zentrum ist wiedereinmal das Gehirn. Vor allem auf Lichtunterschiede wird dabei reagiert und der Output an Hormonen manipuliert (nach [12]).

Wenn der Körper am kältesten ist, plagt Schlaflosigkeit einen Schichtarbeiter am schlimmsten – also gegen drei Uhr früh. Die innere Uhr schlägt dann unerbittlich zu und will sich den Schlafentzug holen. Schichtarbeit kann so den Organismus nicht einfach annehmen. Reflexe sind wie bei 0,8 Promille Alkohol im Blut nicht feststellbar (nach [13]).

Und so kann Schichtarbeit einfach zusammengefasst werden: „Arbeiten, wenn andere schlafen. Schlafen, wenn andere Stimmung machen.“ Gleich ist in der Schichtarbeit nur der Wechsel. Sie fordert. Nicht nur der eigene Körper leidet, da er keinen persönlichen Rhythmus mehr findet. Auch das Privatleben siecht dahin. Und so ist man andauernd zur falschen Zeit am falschen Ort, soziale Kontakte versiegen, weil man keine Gelegenheit mehr hat, sich zu treffen. Und allen Umständen zum Trotz: Schichtarbeit wird muss es immer geben. Fast ein Drittel aller Beschäftigten in Deutschland arbeitet bereits als Schichtarbeiter (nach [14]).

So betonte Oberlinner anlässlich seiner Key-Note Rede beim 13. Wiener Forum der Arbeitsmedizin vom 03. bis zum 04. Mai 2012 die Konstitutionellen Faktoren wie Biologische Desynchronisation oder Soziale Desynchronisation und so führte er in seinem Vortrag weiter aus: Eine Nachtarbeitsbefreiung bei chronischen Erkrankungen ist keine Alternative zu einer tauglichen Therapie. Ganz ausschlaggebend ist aus diesem Grunde die gesundheitliche Gesamtsituation des Beschäftigten. Der untersuchende Arzt wird darum im Beratungsgespräch auf diese Gegebenheiten eingehen (nach Oberlinner 2012).

3. 2 Umsetzung:

Im nächtlichen Journaldienst der SIWACHT, einem österreichischen Wachdienst, wurde deshalb folgendes neu organisiert:

Ø Stets Besetzung der Alarmzentrale durch zwei Mann

Ø mit Außendienst (z. B. Kontrollfahrten)

Ø Maximal drei Nachtdienste hintereinander

Ø Weiterbildungsprogramm am Tag wurde im Mitarbeitergespräch als Zielvorgabe verankert.

Ø Mindestens ein freies Wochenende im Monat

Ø Motivation durch Sonderzahlungen (z. B. Entwicklung eines Schlüsseldienstes in einer Datenbank und das wurde eigens entlohnt)

3. 3 Praktische Hinweise:

Je mehr Schichtarbeiter gegen den Biorhythmus agieren umso intensiver sollen obige und folgende Ratschläge befolgt werden. Die Gesundheit wird es danken.

Ø Sonne tanken, auch bei Kälte

Ø Viel Bewegung an frischer Luft

Ø Wechselduschen am Morgen

Ø Ausreichend Vitamine und kleine Mahlzeiten einnehmen

Ø Freunde aktivieren

Ø Auch farbenfrohe Kleidung kann die Stimmung heben.

3. Zusammenfassung

Immer mehr Menschen arbeiten gegen ihre innere Uhr, dabei sollte man doch auf seinen Körper hören und kein Burn-Out Syndrom produzieren bzw. Raubbau am Körper betreiben. So schadet es nicht, Schichtarbeit in geregelte Bahnen zu bringen und einigermaßen mit dem Biorhythmus abzustimmen.

4. Quellenverzeichnis

Quellen aus der Literatur:

Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse - BG ETEM (Hrsg. 2012): Schicht- und Nachtarbeit. Leben und arbeiten gegen die innere Uhr. Köln. Im Eigenverlag.

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung DGUV (Hrsg. DGUV Report 1/2012): Schichtarbeit - Rechslage, gesundheitliche Risiken und Präventionsmöglichkeiten. Berlin-Mitte. Im Eigenverlag.

Die AOK – die Gesundheitskasse in Baden-Württemberg (Ausgabe April 2012): Im Einklang mit dem Biorhythmus, Business-Newsletter für Arbeitgeber. Stuttgart. Im Eigenverlag.

Gärtner J. (2008): Handbuch Schichtpläne: Planungstechnik, Entwicklung, Ergonomie, Umfeld Hochschul-Verlag an der ETH Zürich

Meissner, F. und Stockfisch, Ch.(Deutscher Gewerkschaftsbund dgb Bundesvorstand Hrsg. 2011): Familienbewusste Schichtarbeit. Berlin. Im Eigenverlag.

Oberlinner Ch. (2012):Schichtarbeit, Key Note Speech, 13. Wiener Forum Arbeitsmedizin - 03. und 04. Mai 2012. Wien, Referatsfolien. Im Eigenverlag.

Reimers, M. (2012): Betriebliche Gesundheitsforderung von Beschäftigten in Schichtarbeit. Bachelorarbeit, FH Hamburg.

Voss, J. (2011): Flexible Arbeitszeiten - flexible Beschäftigte, Books on Demand.

WeltgesundheitsorganisationWHO (2012): Risks to Humans, Biological Agents. Genf. Im Eigenverlag.

Quellen aus dem Internet:

[1] Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V. (Hrsg.): Nacht- und Schichtarbeit, URL: http://wiki.ximes.com/images/e/e6/Nacht_und_Schichtarbeit_20280205.pdf, Zugriff am 18.07.2012.

[2] Wittke Gregor: Schichtarbeit: Wie Sie Belastungen und Stress vermeiden, URL: http://www.experto.de/b2b/organisation/stressabbau/schichtarbeit-wie-sie-belastungen-und-stress-vermeiden.html, Zugriff am 18.07.2012.

[3] Herz As Media & Communications (Hrsg.): So tickt die innere Uhr , URL: http://gesund.co.at/innere-uhr-11827/, Zugriff am 18.07.2012.

[4] Springer Medizin (Hrsg.): Die innere Uhr , URL: http://www.lifeline.de/leben-und-familie/life-balance/arbeit-beruf/schichtarbeit-verstoesst-gegen-biorhythmus-id32184.html/, Zugriff am 18.07.2012.

[5] Werner Stangl: Biologische Rhythmen, URL: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/GEDAECHTNIS/Biorhythmen.shtml/, Zugriff am 18.07.2012.

[6] Netdoktor.de (Hrsg.): Biorhythmus aus dem Takt, URL: http://www.netdoktor.de/News/Biorhythmus-aus-dem-Takt-Sc-1136127.html/, Zugriff am 18.07.2012.

[7] Luitpold Apotheke, Bad Steben (Hrsg.): Besser leben im Biorhythmus, URL: http://www.ellviva.de/Wellness/besser-leben-im-Biorhythmus-Bio-Rhythmen.html/, Zugriff am 18.07.2012.

[8] Medizinfo.de (Hrsg.): Auswirkungen der Schichtarbeiter auf den Biorhythmus des Menschen, URL: www.medizinfo.de/kopfundseele/schlafen/jetlag.shtml/, Zugriff am 18.07.2012.

[9] Medizinfo.de (Hrsg.): Biorhythmus und Arzneimittel, URL: http://www.medizinfo.de/arzneimittel/pharmakokinetik/biorhythmus.shtml/, Zugriff am 18.07.2012.

[10] Arnold Raimund: Schichtarbeit. URL: http://www.r-arnold.com/SCHICH_1/schich_1.HTM/, Zugriff am 18.07.2012.

[11] Janning Martina: Schlafrhythmus Wie unsere innere Uhr tickt. URL: http://www.stern.de/schlaf/ueberblick/schlafrhythmus-wie-unsere-innere-uhr-tickt-636957.html/, Zugriff am 18.07.2012.

[12] IKK gesund plus (Hrsg.): Der Biorhythmus – Unser innerer Taktgeber. URL: http://www.ikk-gesundplus.de/gesund-leben/gesunder-koerper/biorhythmus/, Zugriff am 18.07.2012.

[13] Blahnik Manolo: Biorhythmus – Die innere Uhr. URL: http://fathersergio.wordpress.com/2008/01/03/biorhythmus-die-innere-uhr/, Zugriff am 18.07.2012.

[14] Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (Hrsg.): Schichtarbeit - Schicht im Schacht. URL: http://schueler.nextline.de/webcom/show_article.php/_c-4/_nr-37/_p-2/i.html/, Zugriff am 18.07.2012.

Research Papers der Universität Wales:

Folkard S., Tucker P. (2003): Shift work, safety and productivity. In Occup Med (Lond). 2003 Mar; 53(2) : pp. 95-101.

Tucker P, Folkard S, Ansiau D and Marquié JC. (2010): The effects of age and shiftwork on perceived sleep problems: results from the VISAT-combined longitudinal and cross-sectional study. In Occup Environ Med. 2010 Apr;52(4): pp. 392-388. Wales. Own publication.

Quellen aus Projekten:

Nach Projekt-Nr. IAG490016 des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA, 2011)

Quellen zur Software:

TÜV Nord Mobilität GmbH & Co. KG (2012): Optischicht. Essen, ToMail:optischicht@tuev-nord.de, Kosten 590 EUR zzgl. MwSt.

5. Tabellen- und Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Überblick zur Nacht- und Schichtarbeit mit prozentueller Abweichung im Biorhythmus des täglichen Ablaufes (nach DGUV 2012).

Tab. 1: Beispiel für einen ergonomischen Schichtplan (Gärtner J. 2008).

6. Symbol- und Abkürzungsverzeichnis

Abb. ... Abbildung

et. al. ... et alii, und andere

Hrsg. ... Herausgeber

Tab. ... Tabelle

u. a. ... und andere

u. dgl. ... und dergleichen

usw. ... und so weiter

vgl. ...vergleiche

z. B. ... zum Beispiel

7. Anhangsverzeichnis

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Der Begriff Beschaffungsmarkt bezeichnet den der Produktion vorgelagerten Markt. Die Unternehmen beziehen ihre Betriebsmittel (Anlagegüter), Werkstoffe (Roh- und Hilfsstoffe, Halbfertigprodukte) und Handelswaren auf dem Beschaffungsmarkt. Der Beschaffungsmarkt des Käufers ist für den Verkäufer der Absatzmarkt.
Traditionell spielte die Beschaffung in Unternehmen eine eher unbedeutende Rolle. Erst in den letzten Jahren wurde dieser Unternehmensbereich strategisch immer wichtiger. Die kostengünstigen Massenproduktionen der Hersteller auf der einen Seite, die zunehmende Sättigung des traditionellen Absatzmarktes und der Wunsch vieler Kunden nach immer ausgefalleneren und billigeren Produkten auf der anderen Seite zwingen die Unternehmen zur verstärkten Suche nach neuen Beschaffungsmärkten. Durch die fortschreitende wirtschaftliche Integration, den Abbau nationaler Zollschranken und damit verbunden die wirtschaftlichen Zusammenschlüsse (z. B. Europäischer Wirtschaftsraum, NAFTA) sowie die Entwicklungen in der Kommunikation (Internet) und Logistik (z. B. Just-in-time) haben sich die Beschaffungsmärkte geographisch ausgeweitet. So werden heute beim Einkauf alle weltweit auffindbaren Märkte in die Beschaffungsentscheidung einbezogen.
Die Beschaffungsmärkte verändern sich täglich sowohl in Bezug auf die angebotenen Güter, als auch auf die Anbieter. Durch die ständigen Wechsel der Marktlage und der Marktstruktur verändern sich für die Unternehmen auch die Ausgangsbedingungen. So führen z. B. steigende Rohölpreise zu einer direkten Verteuerung der Produkte von Unternehmen, die diesen Rohstoff brauchen. Um die Chancen und Risiken am Beschaffungsmarkt frühzeitig zu erkennen und damit die benötigten Güter in erforderlichen Mengen und Qualitäten unter möglichst günstigen wirtschaftlichen Bedingungen (ökonomisches Prinzip) zur richtigen Zeit am richtigen Ort bereit zu haben, muss man ausreichende Kenntnisse über den Beschaffungsmarkt haben. Insbesondere in Zeiten schneller wirtschaftlicher und technischer Veränderungen werden die Angebote immer komplexer. Produkte, Preis und Lieferanten müssen sehr genau analysiert werden, um eine ausgewogene und sinnvolle Einkaufsentscheidung zu treffen. Eine Differenzierung gegenüber Wettbewerbern ist immer stärker von einer Optimierung der betrieblichen Prozesskette abhängig: Beschaffung - Lagerhaltung - Transport - Fertigung - Distribution (Verteilung).
Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, müssen Informationen über aktuelle und potenzielle Beschaffungsmärkte gesammelt und aufbereitet werden. Wesentliche Punkte sind hier:

  • die zu beschaffenden Einsatzgüter (Materialqualität, -zusammensetzung, -bestandteile, Werkstoffinnovationen, eingesetzte Produktionsverfahren, Benutzerfreundlichkeit),
  • die Angebotsstruktur auf den Beschaffungsmärkten (geographische Streuung der Zulieferer, Konkurrenzintensität, Wettbewerbsposition, Angebotsvolumen, Entwicklung auf den Vormärkten, Marktstruktur, Marktentwicklung),
  • die wirtschaftliche und technische Leistungsfähigkeit aktueller und potenzieller Lieferanten (Lieferbedingungen, Zahlungsbedingungen, Serviceleistungen),
  • der Preis (Preisvergleiche, Preis-Leistungs-Verhältnis, Preisbeobachtungen).

Bei der Standortwahl ist die Beschaffungsorientierung vor allem für beschaffungsintensive Unternehmen (z. B. Automobilindustrie) von Bedeutung. Ziel ist es hier, insbesondere die Transportkosten bei der Warenbeschaffung niedrig zu halten. So kann es aus Kostengründen sinnvoll sein, sich in der Nähe von bedeutenden Grenzübergängen, Flughäfen, Seehäfen oder Verkehrs- bzw. Bahnknotenpunkten anzusiedeln.
Die Beschaffungskosten haben an den Gesamtkosten mit meist über 50 % einen wesentlichen Anteil. Kleinste prozentuale Einsparungen bei den Beschaffungskosten wirken sich direkt auf den Gewinn (Gewinn = Umsatz - Kosten) aus. Darüber hinaus nimmt das Beschaffungsvolumen immer mehr zu. Immer stärker werden nicht nur einzelne Bauteile, sondern ganze Systeme (Module) angeschafft. Des Weiteren ist die Beschaffung nicht mehr auf einzelne Länder beschränkt, sondern im Zuge der Globalisierung weltweit möglich. Diese Aspekte führen zu einer immer stärker werdenden Bedeutung der verschiedenen Beschaffungsmärkte. Dieser weltweite Bezug von Arbeit, Energie, Rohstoffen, Ausgangsmaterialien und Vorprodukten nach Gunst des Angebots wird auch als Global Sourcing bezeichnet.